Therapie bei Nikotinsucht: Nikotinhaltige Medikamente

Nikotinhaltige Medikamente erleichtern den Ausstieg aus der Sucht. Die Zufuhr von Nikotin ist bei Weitem nicht so schädlich wie das Rauchen von Tabakwaren. Beim Verbrennen einer Zigarette werden ungefähr 4.000 Körpergifte freigesetzt. Wer den Umstieg vom Rauchen zu Nikotinpräparaten schafft, hat schon viel gewonnen.

Die entsprechenden Kaugummis und Pflaster sind ohne Rezept in Ihrer Apotheke erhältlich – bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte aber unbedingt Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Im Falle einer Schwangerschaft sollte der Rauchstopp ohne Nikotinpräparate erreicht werden. Während Pflaster kontinuierlich die gleiche Menge Nikotin an den Körper abgeben, erhöhen Kaugummis, Tabletten und Inhaler kurzfristig die Zufuhr. Jeder Raucher sollte individuell entscheiden, was für ihn das Beste ist. Zusammen mit seinem Arzt kann man auch eine Kombination aus den folgenden Möglichkeiten zusammenstellen.

Wichtig bei Kaugummis:

Beim Kauen von Nikotinkaugummis wird ähnlich wie beim Zigarettenrauchen schnell und für kurze Zeit Nikotin freigesetzt. Statt zur Zigarette greift man zum Kaugummi. Es sollte etwa ein Kaugummi pro Stunde gekaut werden. Insgesamt sollten es aber nicht mehr als 16 Kaugummis pro Tag sein. Nach vier bis sechs Wochen sollte die Dosis reduziert werden.

Der „Kaugummi-Entzug" fällt nicht so schwer wie der „Zigarettenentzug". Die Kaugummis werden in zunehmend geringerer Dosis und längeren Abständen angewandt. Schließlich kommt man ganz ohne Nikotin aus. Wenn Sie eine längere Zeitspanne ohne Nikotin ausgekommen sind, dürfen Sie keine Nikotinkaugummis mehr einnehmen. Ihr Körper ist dann bereits entwöhnt. Die erneute Nikotinzufuhr könnte – wie bei Nichtrauchern – zu Vergiftungserscheinungen führen.

Wichtig bei Nikotinpflastern:

Die wirkstoffhaltigen Pflaster bleiben entweder 16 oder 24 Stunden auf der Haut und sorgen für einen gleichbleibenden Nikotinspiegel im Blut. So bleibt das akute Verlangen nach Nikotinnachschub aus. Das Gefühl „Jetzt muss ich eine Zigarette haben" flaut ab. Die Wirkstärke der Pflaster richtet sich nach dem früheren Zigarettenkonsum – starke Raucher wählen die Dosierung vier Milligramm, ansonsten reichen zwei Milligramm aus. Optimal ist es, wenn Sie nebenher überhaupt nicht mehr rauchen. Pflaster mit zwei Milligramm Nikotin können aber auch angewandt werden, wenn Sie Ihren Zigarettenkonsum zunächst langsam reduzieren möchten.

Kleben Sie das Pflaster auf eine saubere, trockene und unverletzte Hautstelle. Wechseln Sie jeden Tag die Körperstelle. Achten Sie dabei darauf, dass möglichst wenige Körperhaare an der Klebefläche vorhanden sind. Oberarm, Hüfte und Rumpf sind am besten geeignet. Schwimmen und Duschen ist auch mit Pflaster möglich. Löst sich das Pflaster, können Sie es mit Heftpflaster zusätzlich befestigen.

Frühestens nach einer und spätestens nach vier Wochen sollte die Dosierung reduziert werden. Die Entwöhnungsphase mit Pflastern dauert etwa zwölf Wochen. Auch hier gilt: Wenn Sie längere Zeit nikotinfrei gelebt haben, kann es bei erneuter Anwendung der Pflaster zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Wichtig bei Sublingualtabletten:

Die Nikotintablette wird unter die Zunge gelegt, wo sie sich langsam auflöst. So wird  dem Körper wie beim Nikotinkaugummi punktuell Nikotin zugeführt. Je nach Tabakabhängigkeit kann der Raucher entscheiden, wie oft und in welcher Dosis er die Tabletten einnimmt, jedoch nicht mehr als 30 Tabletten täglich. Indem er die Dosis nach ungefähr zwei bis drei Monaten schrittweise reduziert, wird der Raucher nach und nach entwöhnt. Nach Absetzen der Tabletten können sie noch eine Zeit lang aufbewahrt werden, um bei eventuellem Verlangen nach einer Zigarette zur Hand zu sein. Später sollten sie aber – wie die Kaugummis – nicht mehr eingenommen werden.

Wichtig beim Inhaler:

Der Zigarette am ähnlichsten ist der Ersatz durch den Inhaler. Er wird mit Nikotinpatronen befüllt, deren Inhalt mehreren Zigaretten entspricht und für mehrere Anwendungen reicht. Saugt man durch den Inhaler Luft an, verdampft bei jedem Zug eine gewisse Menge Nikotin und wird über die Mund- und Rachenschleimhaut aufgenommen. Wie bei den anderen Präparaten kann der Raucher die zugeführte Nikotinmenge seiner Abhängigkeit anpassen. Nach rund drei Monaten sollte er die Dosis nach und nach reduzieren. Nach dem Absetzen sollte der Inhaler nicht mehr verwendet werden. Für Nichtraucher und Kinder kann die Anwendung des Inhalers schädlich oder sogar gefährlich sein.
Beachten Sie:
Der Inhaler sollte nicht mit sogenannten elektronischen Zigaretten (E-Zigaretten) verwechselt werden. Aufbau und Funktion sind zwar vergleichbar. Beim Inhaler handelt es sich jedoch um ein apothekenpflichtiges und zugelassenes Arzneimittel, dessen Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei der Rauchentwöhnung bestätigt sind. Vom Konsum von E-Zigaretten rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dagegen ab, da er mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.03.2013
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Pharmazeutische Zeitung online: Elektronischer Dampf mit unklaren Risiken (2012): http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=40776
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