Neurodermitis (atopisches Ekzem): Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von Neurodermitis ist nicht bekannt. Zwei Faktoren spielen aber bei der Ausprägung der Krankheit eine wichtige Rolle: die genetische Veranlagung und äußere Reizfaktoren.

Die Gene als Ursache

Das genetische Risiko, an Neurodermitis zu erkranken, verteilt sich wie folgt: Kinder erkranken mit einer Häufigkeit von etwa 30 Prozent, wenn ein Elternteil unter Neurodermitis leidet. Ist sie bei beiden Eltern aufgetreten, erkranken 60 Prozent der Kinder.

Man vermutet, dass eine erbliche Veranlagung zur Überempfindlichkeit der Haut und der Schleimhäute von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird. Das hat Hauttrockenheit zur Folge, die für sich schon zu Entzündungen führen und Juckreiz und Brennen verursachen kann. Sie trägt aber auch zu einem Barrieredefekt der Haut bei, einem zentralen Element der Neurodermitiserkrankung: Sehr wahrscheinlich ist die Fettzusammensetzung der Haut bei Menschen mit Neurodermitis beeinträchtigt, sodass die Haut einen Teil ihrer Schutzfunktion einbüßt, schneller austrocknet und so für äußere Reize sehr viel empfindlicher wird.

Diese Veranlagung ist verbunden mit einer Neigung zu allergischen Erkrankungen (Atopie). So finden sich in Familien von Menschen mit Neurodermitis gehäuft Personen, die neben atopischen Ekzemen auch unter Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden.

Reize als Auslöser

Für die Entwicklung von Neurodermitis scheinen mehrere Faktoren zusammenzuwirken. Reize, die zum Ausbruch der Krankheit führen oder einen Neurodermitisschub auslösen können, sind vielfältig:
         
  • Allergene (Tierhaare, Hausstaub, Pollen, Nahrungsmittel)
  • Mechanische Hautreizungen (kratzende Kleider, falsche Körperpflege)
  • Hautreizungen durch Wasch- und Pflegemittel (Wasser, Seife, Chemikalien, Kosmetika)
  • Klima und Jahreszeit
  • Wärmestau, trockene Heizungsluft
  • Psychische Belastungen (Stress, Überanstrengung, Aufregung)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dagmar Stefanek-Brandl, Ärztin und Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Online-Information des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand 2010)
  • A. Bopp, V. Herbst: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest 2002
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
  • Die gesunde Haut von Reinhard K. Achenbach, TRIAS, 1996
  • Deutscher Neurodermitis Bund e.V. (www.neurodermitis-bund.de)
  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) et alii: Neurodermitis, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/027, Entwicklungsstufe: 2 IDA, Stand 04/2008.
  • Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Neurodermitis, (www.dha-neurodermitis.de)
  • NeurodermIS – Neurodermitis Informations System der Universitäten Heidelberg und Gießen (http://neurodermitis.dermis.net/content/)
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