Neurodermitis (atopisches Ekzem): weitere Therapiemöglichkeiten
Außerhalb der Basis- und Akuttherapie gibt es noch weitere Therapieformen und Mittel, die zur Behandlung von Neurodermitis eingesetzt werden können.
Proaktive Therapie
Ein neuer Ansatz versucht beispielsweise, Basistherapie und Behandlung eines akuten Schubs zu kombinieren und auch im scheinbar ruhenden Zustand der Erkrankung niedrig dosiert antientzündlich mit Tacrolimus weiter zu behandeln. Der Grundgedanke der sogenannten proaktiven Therapie ist, dass neurodermitische Haut auch in Phasen scheinbarer Ruhe geschädigt bleibt und nicht sichtbar weiterhin leicht entzündet ist.
Fototherapie
Unterstützend kann die sogenannte Fototherapie in der Behandlung von Neurodermitis eingesetzt werden. Sonnenlicht oder eine gezielte Bestrahlung mit UVA-Strahlen, besonders die UV-A1-Kaltlichttherapie, kann strapazierte Haut regenerieren. Der Lichtbehandlung kommt nur eine unterstützende Rolle zu, da bei intensiver Bestrahlung das Hautkrebsrisiko steigt und die Haut altert. Für Kinder unter 12 Jahren ist künstliche Bestrahlung nicht zugelassen.
Weitere Mittel
Darüber hinaus können beispielsweise Polidocanol (ein Oberflächenanästhetikum), Gerbstoffe oder schwarzer Tee zum Einsatz kommen, um den Juckreiz zu bekämpfen. Zinkoxid kühlt, lindert ebenfalls den Juckreiz und wirkt Entzündungen entgegen. Antientzündlich und juckreizstillend wirken auch Schieferöl oder Steinkohleteer. Allerdings ist ihre Anwendung mit starkem Geruch und Verunreinigung der Wäsche verbunden. Bei neueren Präparaten wurde dies etwas abgemildert. Zudem erhöhen Teerpräparate die Lichtempfindlichkeit. Vom Wirkstoff Bufexamac in Neurodermitis-Präparaten wird inzwischen abgeraten, da er zu Kontaktallergien führen kann. Antiseptische Zusatzstoffe schützen die vorgeschädigte Haut vor einer Besiedelung mit Keimen. Antibiotikahaltige Salben und Cremes sollten nur sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen, da die Keime dagegen Resistenzen entwickeln können. Im Hals und Gesichtsbereich ist manchmal ein Pilz Ursache für das Aufflammen einer Neurodermitis. Daher kommen hier manchmal auch Antimykotika zum Einsatz.





