Neurodermitis (atopisches Ekzem): Basistherapie

Bei Neurodermitis ist es wichtig, dass auch in beschwerdefreien Zeiten konsequent eine Basistherapie durchgeführt wird. Die Betroffenen haben eine extrem trockene und empfindliche Haut. Sie braucht viel Fett und Feuchtigkeit. Die Basistherapie schützt die trockene Neurodermitishaut vor weiterer Austrocknung und stabilisiert ihre Barriere- und Schutzfunktion.

Dazu werden neutrale (wirkstofffreie) Salben- und Cremegrundlagen eingesetzt. Je nach Hautzustand oder Tageszeit verwendet man fette Salbengrundlagen auf sehr trockener Haut und feuchtigkeitsspendende Öl-in-Wasser-Emulsionen bei weniger trockener Haut. Zum Beispiel kann am Tag eine Feuchtigkeitslotion und nachts Fettcreme aufgetragen werden. Außerdem gibt es Produkte, die speziell für Menschen mit Neurodermitis entwickelt wurden. Wichtig ist, dass die Produkte frei von Parfüm- und sonstigen Reizstoffen sind.

Für die Reinigung der Haut eignen sich rückfettende Badezusätze oder Duschöle beziehungsweise sogenannte Syndets. Das sind seifenfreie Reinigungsprodukte. „Normale“ Seifen sind ungeeignet. Ganz wichtig ist, sich nach dem Waschen gut einzucremen. Experten empfehlen, nach dem Duschen auf das Abtrocknen zu verzichten und die Hautpflegeprodukte direkt auf die feuchte Haut aufzutragen. Dadurch werden überflüssige Hautreizungen vermieden und die Feuchtigkeit wird besser gespeichert. Außerdem ist Kleidung aus glatten, atmungsaktiven Textilien (Baumwolle oder Seide) hautschonender. Kunstfasern können einen Wärmestau verursachen und Juckreiz, Schweißbildung und Bakterienwachstum verstärken.

Häufige Zutat: Harnstoff

In vielen Fällen enthalten die Basispräparate Harnstoff. Er ist ein natürlicher Bestandteil der Haut. Als Arzneistoff wirkt er juckreizlindernd, feuchtigkeitserhaltend und antiseptisch (keimabtötend). Bei äußerlicher Anwendung wird er relativ hoch konzentriert eingesetzt, deshalb kann es beim Auftragen kurzfristig zu Brennen kommen. Daher werden harnstoffhaltige Präparate für Kinder unter fünf Jahren in höheren Konzentrationen nicht empfohlen.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Einreibungen kann es außerdem zu Wechselwirkungen kommen: Harnstoff kann die Wirkung anderer Einreibungen beeinträchtigen – beispielsweise können kortisonhaltige Mittel in ihrer Wirkung verstärkt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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