Neurodermitis (atopisches Ekzem): Neurodermitis und Psyche

Psychische Einflüsse spielen bei Neurodermitis eine große Rolle: Stress und andere psychische Belastungen können einen akuten Neurodermitisschub auslösen oder verschlimmern. Darüber hinaus belastet die Erkrankung selbst die Betroffenen seelisch oft stark. Meist tragen vor allem der ständige Juckreiz sowie das sichtbar veränderte Hautbild dazu bei. Diese psychischen Belastungen zu mindern, ist eine wichtige Maßnahme bei Neurodermitis.

Stress meiden

Eine ruhige Lebensführung mit regelmäßigem Sport und aktiver Entspannung kann Menschen mit Neurodermitis akute Schübe ersparen. Konsequentes Entspannungstraining wie autogenes Training oder Yoga setzt die psychische Reizschwelle nach oben und ermöglicht es so, vorübergehende Aufregungen ohne neurodermitische Reaktion zu bewältigen.

Psychologische Hilfe

Nachdem Neurodermitis die Psyche stark angreifen und andererseits eine schlechte psychische Verfassung akute Schübe hervorrufen kann, ist eine psychologische oder psychotherapeutische Betreuung der Betroffenen – und bei Bedarf auch ihrer Familienmitglieder – in jedem Fall hilfreich. Die Kassen übernehmen meist die Kosten für eine Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Familientherapie oder Körpertherapie. Auch der Zusammenschluss in Selbsthilfegruppen kann betroffenen Familien psychische Entlastung bringen.

Neurodermitis-Schulung

Wegen der hohen psychischen Belastung, die durch die Erkrankung entsteht, werden für Familien von Kindern mit Neurodermitis Schulungen angeboten. Ziele dieser Schulungen sind das Erlernen von Bewältigungsstrategien und eine Verbesserung der Lebensqualität. Die psychische Belastung der Familien soll gemindert und alltagstaugliche Lösungsansätze mit nach Hause gegeben werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dagmar Stefanek-Brandl, Ärztin und Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung