Neurodermitis (atopisches Ekzem): Mechanische Reize meiden

Bei Neurodermitis ist die Haut wund und gereizt. Mechanische Belastungen – beispielsweise durch Reiben oder Kratzen – strapazieren die Haut noch mehr und sollten deshalb vermieden werden.

Sanfte Hautpflege

Häufiges Baden, tägliches Duschen und Einseifen ist für neurodermitische Haut eine zusätzliche Strapaze. Andererseits können Badezusätze wie Badeöle oder solche mit juckreizlindernden Wirkstoffen der Haut auch gut tun. Nach dem Waschen sollte die Haut nur trocken getupft, auf keinen Fall gerubbelt werden. Wässrige Lotionen der Basistherapie können oftmals sogar auf die nasse Haut aufgetragen werden. Auch hier gilt es, individuell den besten Weg zu finden.

Leichte Kleidung

Kratzende Kleidung und Schwitzen begünstigt das Auftreten von Ekzemen. Seide, Baumwolle und Leinen sind luftdurchlässige Materialien, die die Haut wenig reizen. Bei Kälte trägt man besser mehrere leichte Kleidungsstücke übereinander als ein dickes Teil. Es gibt inzwischen auch Unterwäsche und Kleidung, die mit Silbernitrat oder anderen antimikrobiell wirksamen Substanzen beschichtet sind. Bei chronischer Neurodermitis kann dies Linderung bringen.

Juckreiz bekämpfen

Häufig ergibt sich durch den Juckreiz ein Teufelskreis aus Kratzen, Verletzungen, möglicherweise bakterieller Infektion und noch stärkerem Juckreiz. Daher sollten Betroffene unbedingt versuchen, Kratzen zu vermeiden. Statt zu kratzen, kann man die Haut auch kühlen, streicheln oder drücken. Eine weitere Methode besteht darin, die Hände zu beschäftigen, unter Umständen mit einem „Kratzklötzchen“, das alternativ gekratzt werden darf. In der Nacht beugen leichte Handschuhe unbewusstem Kratzen vor. Außerdem hilft es, die Fingernägel kurz und glatt zu feilen.

Berufswahl

Menschen mit Neurodermitis sollten Berufe meiden, bei denen Arbeiten im feuchten Milieu, starke Hautverschmutzungen, häufiges Händewaschen sowie der Umgang mit hautreizenden Stoffen zum Alltag gehören.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.03.2010
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dagmar Stefanek-Brandl, Ärztin und Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Online-Information des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand 2010)
  • A. Bopp, V. Herbst: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest 2002
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
  • Die gesunde Haut von Reinhard K. Achenbach, TRIAS, 1996
  • Deutscher Neurodermitis Bund e.V. (www.neurodermitis-bund.de)
  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) et alii: Neurodermitis, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/027, Entwicklungsstufe: 2 IDA, Stand 04/2008.
  • Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Neurodermitis, (www.dha-neurodermitis.de)
  • NeurodermIS – Neurodermitis Informations System der Universitäten Heidelberg und Gießen (http://neurodermitis.dermis.net/content/)
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