So wird die Diagnose Neurodermitis gestellt

Zunächst wird der Arzt bei der Diagnostik eine Anamnese durchführen. Das heißt, er befragt den Patienten oder bei Kindern die Eltern über die Krankheitsgeschichte. Hinweise auf eine Neurodermitis kann zum Beispiel der typische Verlauf in Schüben geben.

Körperliche Untersuchung

Bei einer körperlichen Untersuchung nimmt der Arzt die Haut des Patienten genau in Augenschein. Ein wichtiges Anzeichen für den Arzt ist zum Beispiel, an welchen Körperstellen sich das Ekzem zeigt. Bei Neurodermitis sind vor allem Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und Gesicht betroffen. Ein weiteres Merkmal, auf das der Arzt achtet, ist beispielsweise der sogenannte negative Dermographismus, bei dem sich Kratzspuren auf der Haut weiß statt – wie bei gesunder Haut – rot färben.

Auslösende Faktoren ermitteln

Im Rahmen der Diagnostik versucht der Arzt außerdem die Faktoren zu ermitteln, die die Neurodermitis auslösen. Das können zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben oder bestimmte Nahrungsmittel sein. Feststellen lassen sich diese mithilfe eines Allergietests. Zum Beispiel kann der Arzt einen Pricktest durchführen, bei dem er dem Patienten (meist auf die Innenseite des Unterarms) geringe Mengen bestimmter Allergene durch einen kleinen Stich in die Haut gibt und dann die Reaktion beobachtet.

Auch eine Blutuntersuchung ist möglich, bei der die Werte des Immunglobulins E (IgE) bestimmt werden. Der Abwehrstoff spielt eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen. Die IgE-Werte sind sowohl bei Allergien als auch bei Neurodermitis erhöht.

Differenzialdiagnostik

Wichtig ist auch, eine Differenzialdiagnostik durchzuführen, um andere Ekzemerkrankungen wie ein allergisches Kontaktekzem oder bei Säuglingen ein seborrhoisches Ekzem (Kopfgneis) ausschließen zu können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinie Dermatologie: Neurodermitis
  • Berufsverband Deutscher Internisten: Immunglobulin E (http://www.internisten-im-netz.de/de_immunglobulin-e_1362.html)
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