Therapie bei Nervosität und Unruhe: Pflanzliche Mittel

Nervosität und Unruhe lassen sich sehr gut mit pflanzlichen Mitteln behandeln. Die entsprechenden Heilpflanzen haben ein breites Wirkspektrum. In vielen Fällen helfen sie nicht nur bei Nervosität und Unruhe, sondern auch bei Schlafstörungen oder bei depressiven Verstimmungen.

Pflanzliche Mittel wirken zum Beispiel beruhigend und schlaffördernd

Baldrian wird beispielsweise tagsüber eingenommen als mildes Beruhigungsmittel angewandt. In höherer Dosierung am Abend hat sich die Arzneipflanze als Schlafmittel bewährt. Johanniskraut kommt dagegen bei Nervosität und depressiver Verstimmung zum Einsatz.

Baldrian

Baldrian (Valeriana officinalis) wirkt entspannend, beruhigend und schlaffördernd (in höherer Dosierung, am Abend eingenommen). Für medizinische Zwecke verwendet man die Wurzeln. Baldrian wird als Einzelsubstanz oder in Wirkstoffkombinationen angewandt. Die Extrakte können als Dragees, Tabletten, Tropfen oder Tee eingenommen werden.

Hopfen

Hopfen (Humulus lupulus) wirkt ebenfalls beruhigend und leicht schlaffördernd. Für die Herstellung von pflanzlichen Mitteln verwendet man die sogenannten Hopfenzapfen, die weiblichen Blütenstände des Hopfens.

Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum) hilft bei nervöser Unruhe. Es wird auch bei leichten bis mittelschweren vorübergehenden depressiven Störungen eingesetzt. Es kann zwei bis vier Wochen dauern, bis die Wirkstoffe der Arzneipflanze ihre volle Wirkung entfalten. Spätestens acht bis zehn Wochen nach der Ersteinnahme der pflanzlichen Mittel sollten die Symptome abklingen. Die Hersteller empfehlen, die Therapie mit den pflanzlichen Mitteln bei Nervosität und Unruhe drei bis sechs Monate durchzuführen. Johanniskrautpräparate sind bei fachgerechter Einnahme gut verträglich.

Es gibt einige Medikamente, deren Wirkung durch Johanniskraut beeinträchtigt werden kann. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, ob es bei der Einnahme Ihrer bisherigen Medikamente in Kombination mit Johanniskraut Probleme gibt. Folgende Arzneistoffe wirken in Verbindung mit Johanniskraut nur abgeschwächt:
  • das Herzmittel Digoxin
  • das Asthmamittel Theophyllin
  • blutverdünnende Mittel wie Phenprocoumon oder Warfarin
  • antidepressiv wirksame Arzneistoffe wie Amitryptylin oder Nortriptylin
  • einige Mittel, die bei der Anti-HIV-Behandlung eingesetzt werden
Wenn Sie die Pille einnehmen, kann deren Wirksamkeit durch die pflanzlichen Mittel mit Johanniskraut verringert sein (Risiko einer Schwangerschaft) und es können Zwischenblutungen auftreten. Bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter chemischer Antidepressiva (Nefazodon, Paroxedtin, Sertralin) kann die Wirkung durch die pflanzlichen Mittel mit Johanniskraut verstärkt werden. Übelkeit und Erbrechen, Angst und Verwirrtheit sind die Folge. Insbesondere hellhäutige Menschen sollten auf ausgedehnte Sonnenbäder verzichten, da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit erhöht.

Melisse

Melisse (Melissa officinalis) wirkt leicht beruhigend, aber auch krampflösend. Für medizinische Zwecke werden die Blätter der Pflanze verwendet. In Fertigpräparaten gegen Nervosität und Unruhe wird Melisse häufig mit Baldrian kombiniert. Sie kommt nicht nur bei Unruhezuständen, sondern auch bei nervösen Magen-Darm-Störungen als pflanzliches Mittel zum Einsatz.

Passionsblume

Passionsblume (Passiflora incarnata) wirkt ähnlich wie Melisse leicht beruhigend und krampflösend. Zur Herstellung von pflanzlichen Mitteln verwendet man das Kraut. Passionsblume wird bei nervösen Störungen bevorzugt in Kombination mit anderen pflanzlichen Stoffen eingesetzt.

Wirkstoffe

  • Baldriantinktur
  • Baldrianwurzel-Extrakt
  • Baldrianwurzel-Trockenextrakt
  • Johanniskraut-Extrakt
  • Johanniskraut-Trockenextrakt
  • Extrakt aus Baldrianwurzel und Extrakt aus Johanniskraut
  • Extrakte aus Baldrianwurzel, Hopfenzapfen und Passionsblumenkraut
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.05.2013
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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