Nasenbluten (Epistaxis)

Nasenbluten tritt in unterschiedlichen Stärken auf – je nachdem, welcher Teil der Nase betroffen ist: Im vorderen Bereich, der lediglich von kleinen Blutgefäßen durchzogen ist, blutet die Nase meist schwächer. Im oberen Drittel sind stärkere Blutungen möglich – dort gibt es größere Blutgefäße.

Mädchen mit Taschentuch © Thinkstock
Der Arzt unterscheidet beim Nasenbluten zwischen lokaler und systemischer Ursache: Sind die Blutungen auf Veränderungen oder Verletzungen direkt in der Nase zurückzuführen, handelt es sich um eine lokale Ursache. Ist eine vorausgehende Allgemeinerkrankung – beispielsweise ein grippaler Infekt – dafür verantwortlich, ist eine systemische Ursache Grund für das Nasenbluten.

Lokale Ursachen: Beschädigungen der feinen Blutgefäße in der Nase

Nasenbluten tritt häufig am sogenannten Locus Kiesselbachii auf – er befindet sich im vorderen, unteren Drittel der Nase und wird von zahlreichen, kleinen Blutgefäßen durchlaufen. Platzt eines dort auf, zum Beispiel durch Naseschnäuzen oder Nasenbohren, kann es zu leichtem Nasenbluten kommen. In der Regel reicht es dabei aus, wenn der Betroffene die Nasenflügel zusammendrückt und den Kopf nach vorne beugt. Kommt es hingegen zu Verletzungen im hinteren Bereich der Nase, sind schwerwiegende arterielle Blutungen möglich. In diesem Falle ist ein Arztbesuch dringend erforderlich. 

Ist die Schleimhaut bereits beschädigt, gereizt oder trocken, kann es eher zu Nasenbluten kommen. Mögliche Ursachen: Allergien, Erkältungen, Nebenhöhlenentzündungen, Reizstoffe wie Zigarettenrauch und Säuren oder klimabedingte Reizungen – zum Beispiel aufgrund überheizter Räume und Klimaanlagen. Verwenden Betroffene Nasensprays oder -tropfen, sollten sie nur kurzzeitig zum Einsatz kommen, damit sich die Schleimhäute regenerieren können und Blutungen aus der Nase ausbleiben. Auch durch die Nase zugeführte Drogen wie Kokain können die Nase zum Bluten bringen.

Die Nasenschleimhaut kann sich – beispielsweise durch Drogen – verändern: Eiteransammlungen (Abszess), kleine Risse und Löcher in der Scheidewand lösen so unter Umständen Nasenbluten unterschiedlicher Stärke aus.

Bei äußerer Gewalteinwirkung können Nasenscheidewand oder Nasenbein brechen. Wird der hintere Nasenbereich verletzt, können starke arterielle Blutungen ausgelöst werden. Auch Fremdkörper in der Nase verursachen unter Umständen Nasenbluten: Kinder stecken sich zum Beispiel gerne Gegenstände wie Knöpfe oder andere Kleinteile in den vorderen Bereich der Nase, was Blutungen aus dem Locus Kiesselbachii auslösen kann.

Systemische Ursachen: Nasenbluten als Folge einer Erkrankung

Bei systemischen Ursachen für Nasenbluten löst eine  Allgemeinerkrankung  die Blutung aus – blutet die Nase häufiger, sollte daher der Rat eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes eingeholt werden. Mögliche Auslöser können Nierenerkrankungen sein, auch Gefäß-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) oder Arteriosklerose. Bei fieberhaften Infektionen wie Grippe oder Masern blutet die Nase ebenfalls häufig.

Eine Neigung zum Nasenbluten haben Menschen, die an der Bluterkrankheit (Hämophilie), an Leukämie oder an anderen Krebsformen leiden. Auch Menschen, die an einer angeborenen Funktionsstörung der Blutplättchen (Thrombozytopathie) oder an Diabetes mellitus erkrankt sind, werden häufiger davon geplagt.

Nasenbluten durch Medikamente: Vorsicht vor Wechselwirkungen

Blutungen in der Nase können darüber hinaus als Begleiterscheinung einer Medikamenteneinnahme auftreten: Gerinnungshemmer senken die Blutgerinnung im Körper – die Blutungsneigung steigt somit an und Nasenbluten tritt unter Umständen häufiger auf. Beispiele für Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen, sind Antikoagulanzien (zum Beispiel Cumarine, Heparine) oder auch Thrombozytenaggregationshemmer (zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS)).

Erste Hilfe bei Nasenbluten

Bei Nasenbluten sollte der Betroffene den Kopf nach vorne beugen, um das Blut ablaufen zu lassen. Auch ein kalter Umschlag im Nacken kann helfen, denn die Kälte führt zu einer Verengung der Gefäße und unterstützt die Blutstillung. Im Normalfall kann die Blutung gestoppt werden, indem man für ungefähr ein bis zwei Minuten Druck auf die Nasenflügel ausübt.

Wenn das Nasenbluten auch nach einigen Minuten noch nicht aufhört, sollten Sie zu einem Arzt gehen. Tritt nach einer Schädelverletzung helle Flüssigkeit aus der Nase, handelt es sich unter Umständen um Hirnflüssigkeit. Der Notarzt muss in diesem Falle umgehend benachrichtigt werden.

Beim Arzt: Ursachenforschung und Stilllegen der Blutungsquelle

Um die Ursache für Nasenbluten zu klären, führt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) durch. Dazu führt er ein Nasenspekulum oder ein Endoskop – eventuell unter örtlicher Betäubung – in die Nase ein. Ist eine Allgemeinerkrankung der Auslöser, müssen Ärzte anderer Fachgebiete hinzugezogen werden.

Der Arzt kann die Blutung stillen, indem er spezielle Nasentamponaden einführt oder das betroffene Blutgefäß verödet – zum Beispiel durch eine Säureätzung oder eine Elektro- oder Laserkoagulation. In der Regel sollte der Patient nach der Behandlung einige Tage lang im Naseninnenraum eine Salbe auftragen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
  • http://www.uniklinikum-leipzig.de/r-erste-hilfe-tipps.html?kategorie_id=21&type=children&modus=detail
  • http://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasenbluten/ursachen-und-risiken.html
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