Muskelverspannungen im Rücken: Ursachen und Risikofaktoren

Verspannungen der Nackenmuskulatur entstehen häufig nach langen Schreibtischarbeiten beziehungsweise sitzenden Tätigkeiten. Durch Haltungsfehler und einseitige Belastung verkrampft die Muskulatur der Halswirbelsäule. Häufig werden dadurch auch Kopfschmerzen verursacht.

Weitere Ursachen für Muskelverspannungen im Rücken sind:
  • Fehlhaltungen und falsche Bewegungsabläufe
  • Heben und Tragen von zu schweren Lasten (schwere Gegenstände immer mit geradem Rücken heben)
  • psychische Belastungen (Ängste und Sorgen verkrampfen)
  • Bewegungsmangel (langes Sitzen)
  • zu schwach ausgebildete Rücken- und Bauchmuskeln
Auch ein Hexenschuss kann Verspannungen der Rückenmuskulatur auslösen. Beim Hexenschuss ist der Schmerz auf den Bereich der Wirbelsäule beschränkt. Durch „falsche“ Bewegungen wie schnelles Bücken, werden die Wirbelgelenke oder die Bandscheiben geschädigt und in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die dadurch entstehenden Schmerzen führen zu Verspannungen. Bewegung ist dann kaum noch möglich. Die vermeintliche Schonhaltung, die die Betroffenen einnehmen, löst zusätzliche Verspannungen und Schmerzen aus. So kann ein Teufelskreis entstehen.

Wenn die Seele Einfluss nimmt

Nicht in jedem Fall kann der Arzt eine körperliche Ursache feststellen, wenn der Patient ihm über Rückenschmerzen berichtet. Oft liegen dann die Ursachen mehr im seelischen Bereich. Nicht selten klagen Menschen, die beruflich sehr angespannt sind und sehr diszipliniert arbeiten, über Rückenschmerzen. Bei anderen treten die Beschwerden in Zeiten der Sorge oder der Trauer auf, bei Frauen auch häufig in den Wechseljahren.

Dadurch, dass sie nach außen hin Haltung bewahren müssen, während ihnen der innere Halt fehlt, entsteht ein Ungleichgewicht, eine schwer ausgleichbare innere Spannung. Eigentlich möchte man sich gerne umgangssprachlich hängen lassen, doch muss man sich zusammenreißen und aufrichten. In dieser schwierigen Situation könnte es sein, dass man seine Rückenmuskulatur krampfhaft anspannt. Die Folge sind Verspannungen, Muskelverhärtungen und Schmerzen in der Hals- und Lendenwirbelsäule.

Diese Möglichkeit, dass psychische Ursachen vorliegen, muss der Arzt immer berücksichtigen. Doch gerade in einem solchen Fall ist es wichtig, dass Sie selbst darüber nachdenken, ob bei Ihnen nicht ein solcher Grund vorliegt. Wenn ja, sollten Sie ganz offen mit Ihrem Arzt darüber reden. Dies ist deshalb so wichtig, weil sonst unter Umständen eine falsche Behandlung stattfinden kann. Der Arzt wird aber immer zuerst eine organische Schmerzursache ausschließen.
Info
Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden und in einer schlechten psychischen Verfassung sind, dem Arzt aber nichts darüber erzählen, so könnte er die Schmerzen einer eventuell vorhandenen geringfügigen Bandscheibenvorwölbung zuordnen und eine entsprechende Behandlung durchführen, die gar nicht nötig wäre, wenn Sie offen über Ihre Probleme gesprochen hätten.
Fallbeispiel:
Christiane B., 45 Jahre, litt unter Rückenschmerzen.
„Ich bin Prokuristin in einem mittelständischen Unternehmen und habe viel Verantwortung zu tragen. Mein Arbeitstag beträgt häufig zwölf Stunden und mehr, so dass ich zu Freizeitaktivitäten wie Sporttreiben weder Zeit noch Lust hatte. Als dann die Firma in Schwierigkeiten geriet, weil ein großer Auftrag platzte, fingen bei mir plötzlich fast unerträgliche Rückenschmerzen an. Da ich wusste, wie schlecht Bewegungsarmut für den Rücken ist, begann ich mit einem harten Fitnesstraining, was meine Schmerzen allerdings nur noch verstärkte.

Schließlich entschloss ich mich, zum Arzt zu gehen, der einen Bandscheibenschaden ausschließen konnte. Da er sehr freundlich und aufgeschlossen war und mir mit seiner geduldigen Art Vertrauen einflößte, erzählte ich ihm von den Problemen in der Firma und den Sorgen, die ich mir wegen der Rückenschmerzen machte. Er verordnete mir daraufhin leichte Gymnastikübungen sowie tägliche Spaziergänge und Entspannungsübungen. Dies und die Gewissheit, dass bei mir kein körperlicher Schaden vorlag, brachten die Rückenschmerzen nach einiger Zeit wieder zum Verschwinden.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.03.2013
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung; vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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