Therapie bei Muskelverspannungen im Rücken: Wassertherapie

Eine Bäderbehandlung, vor allem im Thermalbad, wirkt sehr intensiv auf den gesamten Körper und den Kreislauf, sodass sie nur nach einer gründlichen Untersuchung vom Arzt verordnet wird. Unproblematischer und einfach zu Hause durchzuführen sind dagegen Bäder in der Badewanne, etwa mit Fichtennadel-Badezusatz. Auch sie verbessern die Durchblutung und können die Schmerzen bei Muskelverspannungen im Rücken lindern.

Frau liegt in der Badewanne © Thinkstock

Entspannende Bäder

Bei Rückenschmerzen helfen Bäder, weil sie die Durchblutung fördern und schmerzlindernd wirken. Gleichzeitig lösen sie Verspannungen. Durchblutungsfördernde und wärmende Bäder enthalten beispielsweise Fichten-, Kiefernnadelnöl oder Wacholder. Die enthaltenen Wirkstoffe findet man auch in Rheuma- und Entspannungsbädern.

Vollbäder können bei größeren Hautverletzungen, akuten unklaren Hautkrankheiten, schweren fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Tuberkulose, Hypertonie sowie Herz- und Kreislauferkrankungen unerwünschte Wirkungen auslösen. Betroffene sollten Rheumabäder nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden oder auf andere Behandlungsmöglichkeiten ausweichen.

Auch Elektrizität kann heilsam wirken

Eine schmerzlindernde Wirkung wird durch das sogenannte Stangerbad angestrebt. Dabei wird ein leichter elektrischer Strom durch das Wasser geleitet. Es kommt zu einer Förderung der Durchblutung, und die Reizschwelle für Schmerzen wird erhöht. 

Das Stangerbad wird in einer entsprechenden Praxis von Fachleuten durchgeführt und gehört sowohl zur Wasser- wie auch zur Elektrotherapie. Andere Anwendungsformen der Elektrotherapie sind Galvanisation, Interferenzstrom und Kurzwellendurchflutung, die ebenso wie die Ultraschalltherapie auf den gleichen Wirkungsprinzipien beruhen: Im Körper wird Wärme erzeugt, dadurch wird lokal die Durchblutung verbessert und die Muskulatur entspannt.

Eine Sonderstellung innerhalb der Elektrotherapie nimmt die Impulsstrombehandlung ein. Sie wird nur dann angewendet, wenn Muskeln gelähmt sind.
Info
Schmerzen können auch durch die transkutane (durch die Haut) elektrische Nervenstimulation (TENS) gelindert werden. Die Haut wird – nicht schmerzhaft – über kleine, batteriegespeiste Geräte gereizt, was die Weiterleitung schmerzhafter Signale blockiert. Diese Methode ist einfach anwendbar, ohne Nebenwirkungen und ohne negativen Gewöhnungseffekt. Lediglich Patienten mit Herzschrittmachern oder elektrisch betriebenen Prothesen dürfen diese Methode nicht anwenden. Allerdings wurden bisher keine eindeutigen Beweise für die Wirksamkeit dieser Nervenstimulationstherapie gefunden, weshalb die neue Leitlinie diese Therapie nicht empfiehlt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz – Kurzfassung, 2. Auflage. Version 1. 2017 [cited: 2018-06-05]. DOI: 10.6101/AZQ/000377. www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.de
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule