Therapie bei Muskelverspannungen im Rücken

Muskelverspannungen können Sie häufig selbst lindern. Wenn Sie aber wiederkehrende oder länger anhaltende Muskelverspannungen im Rücken oder Rückenschmerzen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Mann hat Rückenschmerzen © iStock
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Sie starke Schmerzen haben
  • Sie ein Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen bemerken
  • die Bewegung stark eingeschränkt ist.
In den meisten Fällen ist eine komplette Abklärung der Ursachen allerdings nicht nötig. Ob weitere Untersuchungen notwendig sind, erkennt der Arzt anhand Ihrer Angaben und einer körperlichen Untersuchung. Bei unkomplizierten Fällen, also den nicht spezifischen Kreuzschmerzen, die nicht länger als etwa sechs Wochen anhalten, ist eine weitere Abklärung nicht notwendig.

Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf Ihre Körperhaltung. Manchmal bessern sich die Beschwerden durch „rückenstärkende“ Maßnahmen (Gymnastik, Bewegungspausen). Wenn die Diagnose sicher und die Ursache bekannt ist, können Sie nach Rücksprache mit einem Arzt auch selbst behandeln.

Die aktuelle Leitlinie zu Kreuzschmerzen empfiehlt körperlich aktiv zu bleiben. Eine Schmerzbehandlung sollte nur in extremen Fällen vorgenommen werden. Der Grund: Die Beschwerden klingen oft – auch ohne weitere Behandlung – nach einigen Wochen von allein ab. Außerdem kann in vielen Fällen eine Psychotherapie hilfreich sein. 

Gegen den Schmerz können auch wärmende Mittel oder schmerzlindernde Einreibungen helfen. Beide wirken Schmerzen entgegen und durchbrechen so den Teufelskreis aus Verspannung und Schmerz. Muskelrelaxanzien lockern die Muskulatur und damit auch Verspannungen. Bisher sollten Sie nur kurzfristig angewandt werden, die neue Leitlinie rät von der Anwendung zentralwirkender Muskelrelaxanzien komplett ab. Bei Injektionsbehandlungen werden Medikamente unter die Haut gespritzt und wirken direkt am Ort des Geschehens.
Verspannungen der Rückenmuskulatur können auch mit Massagen behandelt werden. Die Massagegriffe fördern die Durchblutung und lindern Schmerzen. Zudem können eine Wärme- oder eine Wassertherapie helfen. Zur Wärmetherapie zählen beispielsweise Fangopackungen, Rotlicht oder Heißluftkissen, zur Wassertherapie Rheuma- oder Stangerbäder. Auch pflanzliche Mittel können gegen Verspannungen der Rückenmuskulatur eingesetzt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Manche Mittel eignen sich nur für den kurzzeitigen Gebrauch.

Schmerzlindernde Einreibungen nicht großflächig anwenden

Wenn Sie schmerzlindernde Cremes, Salben oder Gele anwenden, sollten Sie nur die schmerzenden Körperstellen behandeln. Die Haut sollte dabei unversehrt sein. Bei großflächiger Anwendung über längere Zeit können die Wirkstoffe in größerem Umfang in die Blutbahn gelangen. Dadurch kann der ganze Organismus beeinträchtigt werden und es kann zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Magen-Darm-Störungen kommen. Die Wirkung anderer Medikamente kann zudem beeinträchtigt werden. Werden nur kleine Hautbezirke behandelt, bleibt die Wirkung lokal beschränkt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.06.2018
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz – Kurzfassung, 2. Auflage. Version 1. 2017 [cited: 2018-04-16]. DOI: 10.6101/AZQ/000377. www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.de