Muskelriss

Ein Muskel besteht aus zu einem Bündel zusammengefassten Muskelfasern. Wenn Sie einen Ihrer Muskeln übermäßig belasten, kann es zum Riss einzelner solcher Muskelfasern oder sogar des ganzen Muskels kommen.

Besonders bei Sportarten, die eine plötzliche Anspannung und extreme Belastung des Oberschenkelmuskels erfordern (zum Beispiel Sprinten) oder bei denen ein ständiger Wechsel zwischen Beschleunigen und Abbremsen stattfindet (zum Beispiel Squash), besteht eine große Gefahr für Muskelrisse. Häufig passiert die Verletzung bei Ermüdung, wenn die Koordination des Sportlers schlechter geworden ist.

Symptome eines Muskelrisses

Die Beschwerden nach einem Muskelriss treten plötzlich auf: Spannungsgefühl, eingeschränkte Beweglichkeit des Muskels sowie stechende Schmerzen, die bei Druck auf den Muskel sowie bei Dehnung und Kontraktion spürbar sind. Außerdem treten Einblutungen in den verletzten Muskel auf, die gelegentlich als Bluterguss zu sehen sind. Manchmal kann bei einem Muskelriss an der verletzten Stelle auch eine Delle ertastet werden.

Behandlung eines Muskelrisses

Erfolgt eine konservative Therapie, dann wird der betroffene Körperteil hochgelagert und gekühlt. Zudem helfen entzündungshemmende Medikamente, die Schmerzen zu lindern. Befindet sich ein größerer Riss im Muskel, wird er mithilfe eines Verbands ruhiggestellt. Dadurch nähern sich die Muskelfasern an und können wieder zusammenwachsen. Im Anschluss kann noch eine Physiotherapie durchgeführt werden. Nach etwa drei Wochen kann der Betroffene wieder anfangen, Sport zu treiben.

Geht der Riss durch einen Großteil des Muskelquerschnitts oder hat der Patient einen sehr großen Bluterguss, wird der Arzt über eine Operation nachdenken, in der er den Bluterguss entfernt und die gerissenen Muskelfasern wieder zusammennäht. Danach muss der betroffene Körperteil erst einmal ruhiggestellt werden.

Trainingsbeginn hängt von Schwere der Verletzung ab

Wann der Muskel wieder sportlichen Belastungen ausgesetzt werden darf, hängt davon ab, wie schwer die Verletzung ist. Wenn nur einzelne Muskelfasern beschädigt sind, kann der Patient bereits nach wenigen Wochen wieder Dehnübungen machen. Hat er sich jedoch einen schweren Muskelriss zugezogen, sollte er den betroffenen Körperteil bis zu zwölf Wochen keiner Belastung aussetzen. Noch länger muss er auf Sport verzichten. Sie sollten im Einzelfall immer den Arzt entscheiden lassen, ab wann und wie intensiv Sie den Muskel wieder belasten dürfen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung