Muskelkater

Setzen wir unseren Körper einer zu intensiven oder ungewohnten sportlichen Belastung aus, tritt als Nebenwirkung dieser Beanspruchung und Überlastung Muskelkater auf. Jeder kennt dieses Gefühl – nach einer Bergwanderung, am Tag nach dem Umzug oder der ersten Radtour im Frühling.

Besonders häufig bekommt man ihn nach Bewegungen, die hohe Bremskräfte erfordern – zum Beispiel Sprünge oder übermäßiges Krafttraining. Zwar ist beim Krafttraining durchaus ein starker Reiz auf den Muskel gefragt, um zu erreichen, dass sich der Muskel verdickt und auf die folgende Belastung besser vorbereitet ist. Allerdings verursacht ein zu hoher Trainingsanreiz Muskelkater.

Die Anzeichen für Muskelkater

Schmerzen, vor allem Dehnungsschmerz im überbeanspruchten Muskel, Druckempfindlichkeit und leichte Schwellung sind die Anzeichen für einen Muskelkater. Ist er sehr ausgeprägt, fühlt man sich richtig steif. Diese Symptome zeigen sich allerdings nicht sofort, sondern meist erst einen bis zwei Tage später nach der Belastung.

Die Ursachen von Muskelkater

Früher galt die Lehrmeinung, dass Muskelkater entsteht, weil die Muskeln bei Überbeanspruchung Milchsäure freisetzen. Heute weiß man: Die Belastung führt zu kleinsten Rissen in der Muskulatur. Die anschließenden Reparaturprozesse lösen Entzündungsreaktionen aus und in den Muskel dringt Gewebewasser ein. Das äußert sich in den schmerzhaften Spannungsgefühlen, Bewegungs-, Druck- und Dehnungsschmerzen sowie Steifheit.

Muskelkater hat jedoch auch positive Seiten. Sportmediziner gehen davon aus, dass die Reparaturmechanismen des Muskelkaters auch dazu führen, dass der Muskel mehr Leistungsfähigkeit erlangt.

Behandlung eines Muskelkaters

Nach einigen Tagen verschwindet der Muskelkater von alleine wieder. Es wird empfohlen, den Muskel mindestens einen Tag zu schonen. Um die Beschwerden etwas zu lindern, können durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Saunagänge oder warme Bäder helfen. Weniger ratsam sind dagegen Massagen. Auch moderates Training, etwa Radfahren, hat sich ebenfalls bewährt. Meist hat sich der Muskel spätestens nach zwei bis drei Wochen wieder ganz erholt. Dann kann er wieder vollständig belastet werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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