Medikamente bei Muskel- und Gelenkschmerz (Rheuma)

Je nachdem, welche rheumatische Erkrankung genau vorliegt, kommen verschiedene Medikamente in der Therapie von Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen (Rheuma) zum Einsatz. 

Tabletten © Thinkstock

Basistherapie bei Muskel- und Gelenkschmerzen

Basismedikamente – auch DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drug) oder Langzeit-Rheumamedikamente genannt – bilden die Grundlage der Therapie von immunologisch bedingten Entzündungserkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel die rheumatoide Arthritis, Vaskulitiden und Lupus erythematodes. Diese Medikamente sollen den Krankheitsverlauf einschränken oder gar aufhalten. Wichtig ist, dass die Patienten schon frühzeitig mit der Einnahme der Basismedikamente beginnen, da sie nicht sofort wirken – manchmal nach ein paar Wochen, manchmal erst nach Monaten.

Nicht alle Basismedikamente wurden explizit für entzündliche rheumatische Erkrankungen entwickelt. So kommen auch Medikamente zum Einsatz, die eigentlich als Anti-Malaria-Mittel dienen oder aus der Transplantations- beziehungsweise Krebsmedizin stammen. Das am häufigsten angewendete Basismedikament ist Methotrexat.

Die DMARDs werden unterschieden in sDAMARDs – also synthetische Mittel – und bDAMARDs – biologische Mittel. Die jeweilige Bezeichnung beschreibt aber nicht, ob sie synthetisch oder natürlich herstellt wurden, sondern lediglich ihren Wirkort oder Wirkmechanismus.

TNF-alpha-Blocker bei rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew

TNF-alpha-Blocker gehören zu den sogenannten Biologika. Sie können zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew eingesetzt werden. Sie hemmen den körpereigenen Botenstoff TNF-alpha, der eine entscheidende Rolle im Entzündungsprozess und somit bei der Gelenkzerstörung bei rheumatoider Arthritis spielt. Zu den TNF-alpha-Blockern gehören zum Beispiel Adalimumab, Infliximab, Certolizumab, Golimumab, Rituximab und Etanercept.

Interleukin-1-beta-Hemmer bei rheumatoider Arthritis

Auch Interleukin-1-beta-Hemmer sind Biologika. Sie werden bei rheumatoider Arthritis eingesetzt. Die Medikamente hemmen das sogenannte Interleukin-1, einen Botenstoff des Immunsystems, der an der Entstehung der Gelenkentzündung beteiligt ist. Dadurch lindern sie Schmerzen und Schwellungen und verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet. In Deutschland ist der Wirkstoff Anakinra zugelassen. Es wird meist in Kombination mit dem Basismedikament Methotrexat angewendet.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) lindern Schmerzen und Entzündungen

Diese kortisonfreien Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie werden eingesetzt, um die Beschwerden bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen möglichst schnell zu lindern. NSRA wirken meist schon nach 30 bis 60 Minuten, jedoch hält ihre Wirkung nur wenige Stunden an. Zur Wirkstoffklasse der NSRA gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Diclofenac.

Opioide bei nicht-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen

Opioide sind Schmerzmedikamente, die vor allem bei nicht-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Sie aktivieren das körpereigene schmerzhemmende System. Zu den Opioiden gehören zum Beispiel Tramadol, Morphin und Fentanyl.

Mycophenolat-Mofetil (MMF) hemmt das Immunsystem

Mycophenolat-Mofetil (MMF) ist ein Immunsuppressivum – also ein Medikament, das das Immunsystem hemmt. Es wird bei Lupus erythematodes eingesetzt, ist jedoch für diese Krankheit eigentlich nicht zugelassen. Da das Medikament aber in Studien gute Wirkung zeigt, werden Patienten damit häufig „off label“, also außerhalb der Zulassung behandelt.
Neue Medikamente gegen Muskelmerzen und Gelenkschmerzen
Wissenschaftler entwickeln ständig neue Medikamente. Sie alle sollen den Krankheitsverlauf verlangsamen und ihn bestenfalls aufhalten. Eine Heilung ist auch mit diesen Mitteln bisher noch nicht gelungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.05.2018
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Therapie-Empfehlungen (http://dgrh.de/therapieempfehlungen.html)
  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Therapie-Überwachung
  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Kommission Pharmakotherapie: Stellungnahme zum einsatz von Mycophenolat-Mofetil bei SLE (http://dgrh.de/fileadmin/media/Praxis___Klinik/Therapie-Empfehlungen/mmf_bei_sle_maerz_2013.pdf) (http://dgrh.de/therapieueberwachung.html)
  • Deutsche Rheuma-Liga: Analgetika: https://www.rheuma-liga.de.
  • Deutsche Rheuma-Liga: Biologika: https://www.rheuma-liga.de.
  • Deutsche Rheuma-Liga: Basismedikamente: https://www.rheuma-liga.de.
  • Deutsche Rheuma-Liga: Nicht-steroidale Antirheumatika: https://www.rheuma-liga.de.
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