Formen von Muskel- und Gelenkschmerz (Rheuma)

Man kennt mittlerweile über 450 verschiedene Rheuma-Erkrankungen, die in vier Gruppen unterteilt werden und unterschiedliche Symptome auslösen.

Degenerativ rheumatische Erkrankungen

Mit dem Überbegriff Arthrose werden Krankheiten bezeichnet, die die Gelenke und/oder die Wirbelsäule betreffen. Arthrose wird auch als degeneratives Rheuma bezeichnet. Die Krankheitsbilder und deren Symptome werden überwiegend durch Verschleiß ausgelöst. Der Gelenkknorpel verliert mit zunehmendem Alter oder durch starke Beanspruchung seine stoßdämpfende und gelenkschützende Funktion. Die ersten Anzeichen sind kleine Risse im Knorpel, im fortgeschrittenen Stadium ändern sich ganze Gewebestrukturen. Schließlich wird das Knorpelgewebe zerstört und durch Narbengewebe ersetzt. Das Knorpelgewebe ist „degeneriert“. Es hat seine Struktur und Funktion verloren.

Entzündlich rheumatische Erkrankungen

Zu den entzündlich rheumatischen Erkrankungen – auch als entzündliches Rheuma bezeichnet – gehören zum Beispiel die rheumatoide Arthritis (RA), Morbus Bechterew und Vaskulitiden. Meistens führt man die entzündlichen Prozesse auf eine Autoimmunreaktion des Körpers zurück. Das Immunsystem bekämpft dann die eigenen Körperstrukturen.

Unter Arthritis versteht man entzündliche Erkrankungen eines oder mehrerer Gelenke und/oder der Wirbelsäule. Dabei ist vor allem die Gelenkinnenhaut betroffen. Je nach Krankheitsbild können als Symptome auch Verformungen der Gelenke auftreten. Wenn Bakterien die Gelenke befallen und Entzündungen auslösen, spricht man von infektiöser Arthritis. Dies ist beispielsweise bei Borreliose der Fall. Eine infektiöse Arthritis kann auch als Komplikation bei Mumps, Röteln, Windpocken, rheumatischem Fieber, Gonorrhöe oder Tuberkulose auftreten.

Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis) wird durch Entzündungen  im Bereich der Kreuzbein- beziehungsweise Darmbeingelenke, der Bandscheiben, der Wirbelkörper oder der kleinen Wirbelgelenke verursacht. Die Krankheit verläuft in Schüben.

Bei den sogenannten Vaskulitiden besteht eine Neigung zu Entzündungen der arteriellen Blutgefäße. Dabei ist zunächst die Wand der Blutgefäße betroffen – dadurch kann die Durchblutung der Bereiche gestört sein, die von den betroffenen Gefäßen versorgt werden. Auch auf das umliegende Bindegewebe kann die Entzündung übergreifen. Als Folge kann eine Schädigung sämtlicher Organsysteme des Körpers auftreten.

Bei der Krankheit Lupus erythematodes richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper – und bildet Antikörper gegen bestimmte Gewebestrukturen. Über das Blut gelangen die Abwehrstoffe in alle Körperregionen und können dort Entzündungen auslösen.

Krankheiten des Bewegungssystems durch Stoffwechselstörungen

Zu dieser Gruppe der rheumatischen Erkrankungen zählen zum Beispiel Gicht und Osteoporose. Von Gicht spricht man, wenn Harnsäure in den Gelenken abgelagert wird. Dadurch entstehen entzündliche Prozesse, die entweder akut oder chronisch verlaufen können. Ursache dafür sind Stoffwechselstörungen. Bei Osteoporose handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung der Knochen. Dabei reduziert sich die Knochenmasse und die Knochenzusammensetzung ist gestört. Die Folge: Die Knochen sind sehr brüchig. Besonders häufig betroffen sind Frauen ab den Wechseljahren.

Rheumatische Schmerzkrankheiten (Weichteilrheumatismus)

Erkrankungen der Muskeln, Sehnen, Bänder, Sehnenscheiden oder der Schleimbeutel werden unter Weichteilrheumatismus zusammengefasst. Sowohl Abnutzungserscheinungen als auch entzündliche Prozesse, Verletzungen, Fehlhaltungen und Verspannungen können zu diesen Formen des Rheumas beitragen. Zu diesen Erkrankungen gehört zum Beispiel das sogenannte Fibromyalgiesyndrom. Dabei handelt es sich um eine Schmerzkrankheit, die meist chronisch verläuft und zu Schmerzen in verschiedenen Körperregionen führt. Von Fibromyalgie sind hauptsächlich Frauen betroffen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.11.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Was ist Rheuma (http://dgrh.de/wasistrheuma.html)
  • Berufsverband Deutscher Internisten und Berufsverband Deutscher Rheumatologen: Systemischer Lupus erythematodes (http://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-lupus-erythematodes_1395.html)
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