Mundschleimhauttumor (Mundschleimhautkarzinom, Oralkarzinom)

Unsere Mundschleimhaut ist als erste Station des Verdauungstrakts vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt. Hierbei kommt dem Speichel für die Gesunderhaltung der Mundschleimhaut eine wichtige Funktion zu.

Mundschleimhauttumor Frau mit Schmerzen © Thinkstock
Der Flüssigkeitsfilm schützt die Schleimhaut gegenüber mechanischen, thermischen (Temperatur), chemischen und bakteriellen Einflüssen. Nach länger andauernder Wirkung bestimmter Risikofaktoren (schlechte Mund- und Prothesenhygiene, starker Alkohol- und Zigarettenkonsum) können allerdings Veränderungen an der Mundschleimhaut auftreten.

Gründliche Diagnostik bei Erkrankungen der Mundschleimhaut

Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Erkrankungen der Mundschleimhaut, die gutartig oder bösartig sein können und die eine gründliche Diagnostik erfordern. Beim halbjährlichen Routinebesuch sollte der Zahnarzt auch die Mundschleimhaut kontrollieren, das gilt auch für zahnlose Patienten.

Treten unklare Veränderungen im Mund auf, sollten zunächst mögliche Reizfaktoren (zum Beispiel spitze, scharfe Kanten an Zähnen oder Zahnersatz) ermittelt und ausgeschaltet werden. Bildet sich die Veränderung innerhalb von 14 Tagen nicht zurück, ist das Aufsuchen eines Spezialisten empfehlenswert. Dieser kann bei der Diagnostik bestimmte bildgebende Verfahren einsetzen und eine Gewebeuntersuchung durchführen.

Mundschleimhauttumor wächst sehr schnell

Da bösartige Formen der Mundschleimhauttumoren (Karzinome) sehr schnell wachsen, ist es für eine erfolgreiche Therapie wichtig, sie rechtzeitig zu erkennen. Denn je kleiner ein Tumor ist, desto leichter lässt sich durch seine Entfernung die Heilung erreichen. Die Operationswunde im Mund ist dann auch kleiner und leichter zu behandeln und beeinträchtigt weniger stark die Lebensgewohnheiten.

Die vollständige chirurgische Entfernung des Haut- und Schleimhautareals ist die gängigste Behandlungsmethode bei Tumoren und Krebserkrankungen. In der Regel nimmt ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg die Entfernung vor. Bei größeren Defekten deckt er das beschädigte Gewebe durch benachbartes Gewebe ab. In bestimmten Fällen setzt der Arzt auch die Bestrahlungstherapie und/oder die Chemotherapie ein – zum Beispiel, wenn die operative Entfernung eines Tumors nicht möglich ist. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind sowohl bei allen gutartigen als auch bei allen bösartigen Veränderungen äußerst wichtig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.11.2014
  • Autor/in: Dr. med. dent. Ina Nitschke, Zahnärztin, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Universität Leipzig; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: J. Schmidseder: Gesunde und schöne Zähne, Südwest München, 2000
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