Therapie bei Mundschleimhautentzündung und Zahnfleischentzündung

Wenn Sie ständig wiederkehrende Mundschleimhautentzündungen (Stomatitis) oder Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) haben, sollten Sie einen Arzt konsultieren.
Wenden Sie sich außerdem an einen Arzt, wenn
  • Sie starke Schmerzen haben,
  • die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht nachlassen,
  • die Prothese oder die Zahnspange schlecht sitzt und dadurch Entzündungen entstehen.
Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln.

Desinfizierende Mittel bei Stomatitis und Gingivitis

Wenn eine Entzündung im Mundbereich vorliegt, helfen desinfizierende Mittel. Die so genannten Antiseptika machen die krankheitsauslösenden Keime (Bakterien, Pilze) unschädlich, bekämpfen dadurch die Entzündung und hemmen die Plaque-Bildung. Deshalb kommen sie beispielsweise auch nach zahnchirurgischen Eingriffen (Zahn-Extraktion, Parodontal-Behandlung) zur Anwendung, wenn die Zahnpflege nur eingeschränkt möglich ist. Es gibt Lösungen zum Spülen, Gele, Sprays, Pastillen, oder Lutschtabletten.

Antiseptika enthalten Wirkstoffe wie Benzalkonium oder Cetrimonium, Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid, Cresol, Dichlorbenzylalkohol oder Hexetidin. Der Wirkstoff Tyrothricin ist ein Antibiotikum, das die entzündungsauslösenden Bakterien unschädlich macht und so entzündliche Prozesse hemmt. Zusätze von Benzocain, Lidocain oder Polidocanol wirken örtlich betäubend und hemmen dadurch Schmerzen.

Wirkstoffe

  • Chlorhexidingluconat
  • Hexetidin
  • Lidocain
  • Polidocanol
  • Cetrimoniumbromid, Lidocain und Tyrothricin

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. Mittel gegen Entzündungen im Mundbereich können auch Wechsel- und Nebenwirkungen zeigen. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen.

Viele Zubereitungen dürfen nur über einen bestimmten Zeitraum bei akuten Beschwerden eingesetzt werden. Alkoholische Mittel eignen sich nicht für Säuglinge und Kleinkinder oder für Personen mit Alkoholproblemen. Der Wirkstoff Povidon-Jod darf nicht bei einer bestehenden Schilddrüsenüberfunktion angewendet werden. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen erhalten Sie Informationen in der Apotheke. Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Medikamente. Mittel gegen Entzündungen im Mundbereich können nur wirken, wenn Sie regelmäßig und ausreichend hoch dosiert angewendet werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.02.2013
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, vitanet;
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