Mundgeruch (Halitosis)

Mundgeruch ist keine Krankheit – aber unangenehm. Vor allem für die Menschen im Umfeld des Betroffenen. Der Betroffene selbst merkt häufig nichts von seinem Mundgeruch.

Mungeruch Pfefferminzblatt Zunge © Thinkstock
Oft tritt Mundgeruch nur kurzfristig auf, beispielsweise nach dem Verzehr von geruchsintensiven Speisen und Getränken, etwa Knoblauch, Zwiebeln oder Alkohol. In 80 Prozent aller Fälle entsteht er in der Mundhöhle und ist nicht auf tiefer liegende Erkrankungen (zum Beispiel Magen-Darm-Probleme) zurückzuführen. Mundgeruch kann in seltenen Fällen allerdings auch Anzeichen einer Erkrankung sein.

Man unterscheidet den Mundgeruch, der aus der Mundhöhle kommt und nur in der Ausatemluft aus dem Mund feststellbar ist (Foetor ex ore) und dem schlechten Geruch, der in Gebieten außerhalb der Mundhöhle entsteht und in Mund- und Nasenatem festgestellt werden kann (Halitosis).

Die häufigsten Ursachen von Mundgeruch

Mundgeruch aus der Mundhöhle entsteht, wenn anaerobe Bakterien, die dort natürlich leben, die Bestandteile aus dem Speichel oder aus Nahrungsresten zu flüchtigen chemischen Verbindungen abbauen. Einen unangenehmen Geruch verursachen dabei vor allem die entstehenden Schwefelverbindungen. In Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen, Zungenpapillen (kleine kugelartige Erhebungen auf der Zunge) und überstehenden Kronenrändern fühlen sich die Bakterien besonders wohl.

Werden die Zähne nicht regelmäßig und sorgfältig geputzt, die Zunge nicht mit einem Zungenschaber von Belägen befreit, vermehren sich die Bakterien massiv und erzeugen Mundgeruch. Mangelnde Mund- und Zahnhygiene, Zahnfleischentzündungen und schlecht sitzende Füllungen sind also die häufigsten Ursachen für Mundgeruch.

Seltene Ursachen für Mundgeruch

Daneben können aber auch Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, der Kieferhöhlen, der Lunge oder Magenschleimhautentzündungen sowie Verstopfung mit Mundgeruch einhergehen (Halitosis). Werden die Krankheiten erfolgreich behandelt, verschwindet der Mundgeruch meist wieder. In den anderen Fällen gibt es wirksame Hilfen, um Mundgeruch erfolgreich loszuwerden.

Behandlung: Mundgeruch wirksam bekämpfen

Das Wichtigste ist eine gründliche Zahn- und Zungenhygiene – nicht nur mit der Zahnbürste, sondern auch mit Zahnseide und Interdental-Bürstchen, sowie Zungenschaber. Zusätzlich eignen sich desinfizierende Mundwässer und -spülungen und geruchshemmende Mittel, um den üblen Geruch zu bekämpfen. Bewährt haben sich dabei vor allem der Wirkstoff Chlorophyllin, eine Substanz, die aus dem natürlichen Blattgrün gewonnen wird, Schwarztee, der das Wachstum der Plaquebakterien hemmt und Salbeitee.

Sinnvoll sind auch zuckerfreie, zahnpflegende Kaugummis. Sie vertreiben nicht nur den Mundgeruch für einige Zeit, sondern haben auch den Vorteil, jederzeit ohne großen Aufwand verwendet werden zu können –  auch unterwegs. All diese Maßnahmen eignen sich übrigens auch sehr gut, um Mundgeruch vorzubeugen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.11.2018
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, vitanet.de;
  • Quellen: Herold, Gerd e.a.: Innere Medizin, Herold
  • Classen, Diehl, Kochsiek: Innere Medizin, 6. Aufl., Urban & Fischer
  • Universität Zürich, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Präventivzahnmedizin und Orale Epidemiologie: Mundgeruch – Ursachen und Therapie
  • Halitosis, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V.: online unter: https://www.dgparo.de (Stand: 12.09.2018)
  • Halitosis - Mundgeruch, Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik: online unter: https://www.gzfa.de/ (Stand: 12.09.2018)
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