Mumps

Mumps (medizinisch Parotitis epidemica, umgangsprachlich „Ziegenpeter“) ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. Die Erkrankung tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf, gehäuft im Winter und Frühjahr. Es erkranken mehr Mädchen als Jungen.

Die Übertragung des Mumpsvirus (Rabula inflans) geschieht durch eine Tröpfcheninfektion, also durch Husten oder Niesen. Nur selten kommt es zu einer Infektion durch Speichel an Gegenständen wie Gläsern oder Besteck. Die größte Ansteckungsgefahr geht von einem Infizierten zwei Tage vor bis vier Tage nach Krankheitsbeginn aus. Insgesamt kann er sieben Tage vor bis neun Tage nach der typischen Ohrspeicheldrüsenschwellung ansteckend sein.

Wer sich einmal mit dem Mumpsvirus infiziert hat, ist in der Regel lebenslang immun. Zu einer Zweiterkrankung kommt es nur äußerst selten.

Symptome von Mumps

Bei der typischen Mumpsinfektion kommt es 16 bis 18 Tage nach der Ansteckung zu Fieber und einer Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (befinden sich zwischen Ohr und Unterkiefer). Meist klingt die Erkrankung nach drei bis acht Tagen wieder ab. Im Verlauf der Mumpsinfektion kann es in zehn Prozent der Fälle zu einer Hirnhautentzündung kommen, die sich auf Nerven oder Gehirn ausbreitet und in seltenen Fällen bleibende Schäden hinterlässt. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, die die für Mumps typischen „Hamsterbacken“ verursacht, muss aber nicht unbedingt auftreten. Besonders bei Kindern unter fünf Jahren kann die Erkrankung auch wie eine Bronchitis ablaufen. Zirka 30 bis 40 Prozent der Infektionen verlaufen gänzlich ohne Symptome. Je älter die Erkrankten sind, umso schwerer verläuft die Mumpsinfektion.

Komplikationen bei Mumps

Bei Jungen kommt es in 30 Prozent der Fälle zu Entzündungen der Hoden, die Unfruchtbarkeit zur Folge haben können. Auch bei Frauen kann es zu einer Entzündung der Eierstöcke (Oophoritis) oder der Brust- bzw. Milchdrüsen (Mastitis) kommen. Vereinzelt ist auch die Bauchspeicheldrüse betroffen. In manchen Fällen kann es durch eine Beteiligung des Innenohrs zur Ertaubung kommen. Eine Infektion mit dem Mumpserreger gilt als die häufigste Ursache für die kindliche, einseitige Ertaubung.

Diagnostik einer Mumpsinfektion

In der Regel kann der Arzt die Diagnose Mumps bereits aufgrund der charakteristischen Symptome stellen. Eine labormedizinische Analyse kommt nur bei untypischen Verläufen zum Einsatz. Bei einer Mumpsinfektion lassen sich im Blut Antikörper nachweisen, mit denen das Immunsystem auf eindringende Erreger reagiert.

Therapie von Mumps

Die Behandlung kann bei einer Mumpsinfektion ausschließlich symptomatisch erfolgen, das heißt, es werden lediglich die Beschwerden gelindert. Denn es ist nicht möglich, die Ursache der Erkrankung, die Infektion, zu therapieren.

Gegen das Fieber helfen Bettruhe und viel Flüssigkeit (am besten Wasser oder ungesüßte Tees). Steigt das Fieber über 38,5 Grad Celsius, können Eltern ihrem Kind kalte Wadenwickel machen und in Absprache mit dem Arzt fiebersenkende Mittel (Antipyretika) geben. Auch bei schmerzenden Ohrspeicheldrüsen schaffen Umschläge Linderung. Eltern sollten dabei ihr Kind entscheiden lassen, ob ihm eher kühle oder warme Umschläge guttun. Eventuell verordnet der Arzt auch Schmerzmittel (Analgetika).

Wichtig bei einer Hodenentzündung ist, dass das Kind strenge Bettruhe hält. Außerdem sollten die Hoden hoch gelagert werden. Nimmt die Hodenentzündung einen schweren Verlauf, erfolgt möglicherweise eine Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Mumps vorbeugen

Die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Mumps ist eine rechtzeitige Schutzimpfung mit einem Lebendimpfstoff, also mit einem abgeschwächten Mumps-Erreger. In der Regel wird die Mumps-Impfung zusammen mit den Impfungen gegen Masern und Röteln (MMR) ab dem elften Lebensmonat verabreicht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.02.2015
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; Dr. med. Patricia Hänel, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
  • Paul-Ehrlich-Institut
  • Centrum für Reisemedizin
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte: Mumps (Parotitis epidemica)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Mumps
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