MRSA: Therapie und Behandlung

Die Therapie einer MRSA-Infektion gestaltet sich oft schwierig. Denn die Bakterien sind gegen die sogenannten Beta-Laktam-Antibiotika, die wichtigste und eigentlich wirksamste Antibiotikaklasse bei der Behandlung von Staphylokokken-Infektionen, resistent. Die Therapiemöglichkeiten sind somit stark eingeschränkt.

Zur Therapie einer MRSA-Infektion muss deshalb auf Reserveantibiotika ausgewichen werden. Das sind Antibiotika, die bei einfachen Infektionen nicht verwendet werden, um zu verhindern, dass Bakterien Resistenzen dagegen entwickeln. Sie kommen nur in der Therapie sehr schwerer Infektionen und bei multiresistenten Bakterien wie MRSA zum Einsatz. Reserveantibiotika sind jedoch häufig weniger gut verträglich und weniger wirksam gegen Staphylokokken.

Zu den Reserveantibiotika gehören zum Beispiel Glykopeptide oder Linezolid. Häufig werden auch mehrere Arzneimittel miteinander kombiniert, um die Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus zu bekämpfen.

Sanierung bei Besiedlung mit MRSA

Um künftige Infektionen zu verhindern, wird meist zusätzlich zur Antibiotikagabe eine sogenannte Sanierung durchgeführt. Mithilfe dieser Therapie sollen die Bakterien von der Haut und Schleimhaut des Patienten entfernt werden. Damit sich MRSA nicht weiter ausbreitet, ist eine Sanierung auch dann nötig, wenn ein Mensch bekanntermaßen mit MRSA besiedelt ist, es aber nicht zu einer Infektion gekommen ist.

MRSA besiedeln vor allem den Nasen-Rachen-Raum. Die Betroffenen erhalten deshalb eine antibiotisch wirksame Nasensalbe sowie desinfizierende Mundspülungen. Bei einer Besiedlung der Haut erfolgt die Therapie über antiseptische Seifen und Lösungen, mit denen der Körper gewaschen wird.

Um zu kontrollieren, ob die Sanierung erfolgreich war, werden drei Tage nach Ende der Therapiemaßnahmen Kontrollabstriche durchgeführt. Nach einer Untersuchung im Labor steht fest, ob der Betroffene frei von MRSA ist oder nicht.

Bei gesunden Menschen gelingt eine Sanierung in den meisten Fällen schnell und dauerhaft. Weist der Betroffene jedoch bestimmte Risikofaktoren auf – beispielsweise eine offene Wunde oder einen Katheter – kann die Therapie sehr langwierig sein. Eventuell muss auch abgewartet werden, bis die Wunde verheilt oder der Katheter entfernt ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.01.2015
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Landauer, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Staphylokokken-Erkrankungen, insbesondere Infektionen durch MRSA: RKI-Ratgeber für Ärzte (2009): http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Staphylokokken_MRSA.html?nn=2386228
  • Universitätsklinikum Heidelberg: MRSA/ORSA Informationsbroschüre (2008): http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medienzentrum/Vorlagen/downloads/Arbeitsproben/Informationsbroschuere-MRSA-ORSA.pdf
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) (2012): http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-methicillin-resistenten-staphylococcus-aureus-mrsa.pdf
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