Symptome und Anzeichen einer Infektion mit MRSA

Bei Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) muss zwischen einer Besiedlung und einer Infektion unterschieden werden. Eine Infektion mit MRSA äußert sich durch unterschiedliche Symptome und Anzeichen.

Stethoskop und Krankenakte in Krankenhaus © Thinkstock
Werden die Bakterien auf einen Menschen übertragen, muss es nicht zu Symptomen kommen. Man spricht dann von einer Besiedlung. Der Betroffene ist Träger und eventuell auch Überträger des Keims, ohne selbst Krankheitszeichen zu entwickeln. Er hat jedoch ein erhöhtes Risiko, in bestimmten Situationen (beispielsweise nach einer Operation) eine MRSA-Infektion zu erleiden. Bei einer Infektion treten dann Symptome auf.

Eine MRSA-Infektion kann sich je nach Ort der Entzündung in sehr unterschiedlichen Symptomen äußern. Man unterscheidet lokale, tiefgehende und systemische pyogene Infektionen und durch Toxine ausgelöste Symptome:

Symptome lokaler MRSA-Infektionen

Lokale Infektionen mit MRSA bleiben oberflächlich und betreffen die Haut, die Talgdrüsen oder Haarbälge. Sie zeigen sich als eitrige Entzündungen – beispielsweise als Furunkel, Karbunkel, Abszesse oder Empyeme. Bei bestehenden Hautwunden (beispielsweise nach einer Operation) kommt es zu den Symptomen einer Wundinfektion.

Anzeichen tiefergehender MRSA-Infektionen

MRSA können auch in tiefer gelegenen Körperbereichen Infektionen und Symptome auslösen. Beispielsweise kann es zu Mittelohrentzündungen (Otitis media), Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Entzündungen der Brustdrüse (Mastitis puerperalis), Entzündungen des Knochenmarks (Osteomyelitis) oder Hirnhautentzündungen (Meningitis) kommen. In Zusammenhang mit einer Virusgrippe oder bei beatmeten Patienten führen MRSA immer wieder zu Lungenentzündungen (Pneumonie).

Symptome systemischer MRSA-Infektionen

Von einer systemischen Infektion spricht man immer dann, wenn sich die Entzündung nicht auf einen Bereich des Körpers beschränkt, sondern über die Blutbahn auf ein Organsystem oder den gesamten Organismus ausbreitet. Bei einer Infektion mit MRSA kann es beispielsweise ausgehend von einer lokalen Infektion zu Abszessen und Empyemen in Körperhöhlen (zum Beispiel in Gelenken) kommen. Zudem können Keime, die in die Blutbahn gelangen, zu einer Sepsis, einer Blutvergiftung, führen. Auch eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) kann durch MRSA verursacht werden.

Durch Toxine ausgelöste Symptome

Bestimmte Staphylococcus aureus bilden Toxine, also Giftstoffe, die im Körper zu verschiedenen Symptomen führen können. Beispielsweise kann es zu einem Blutdruckabfall, Kreislaufversagen, Nierenversagen, Bewusstseinsstörungen und hohem Fieber kommen. Man spricht dann vom Toxic shock syndrom (TSS). Bei MRSA tritt das TSS jedoch eher selten auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.01.2015
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Staphylokokken-Erkrankungen, insbesondere Infektionen durch MRSA: RKI-Ratgeber für Ärzte (2009): http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Staphylokokken_MRSA.html?nn=2386228
  • Universitätsklinikum Heidelberg: MRSA/ORSA Informationsbroschüre (2008): http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medienzentrum/Vorlagen/downloads/Arbeitsproben/Informationsbroschuere-MRSA-ORSA.pdf
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) (2012): http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-methicillin-resistenten-staphylococcus-aureus-mrsa.pdf
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