Therapie bei Morbus Parkinson: Sprachtherapie

Sehr häufig ist bei der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung) die Muskulatur betroffen, die für das Sprechen zuständig ist, also die Zungen- und Kehlkopfmuskulatur sowie auch die Gesichtsmuskulatur. Dabei verändert sich die Stimme langsam, sie wird leiser und verwaschen. Schon sehr früh sollte mit der Logopädie, der Stimm- und Sprachtherapie begonnen werden. Bei dieser Therapie werden nicht nur die Stimme und Aussprache sowie Sprechgeschwindigkeit bei Parkinson-Kranken trainiert, sondern auch die Mundbeweglichkeit und Mimik geschult sowie die Atmung verbessert.

Die Betroffenen sollen dabei lernen, ihre verbliebenen Sprechfunktionen möglichst effektiv in der alltäglichen Kommunikation einzusetzen. Dabei wird geübt, Atmung und Stimmproduktion besser zu koordinieren, die Sprachmelodie zu beeinflussen und die Betroffenen zur Kommunikation zu motivieren. Auch Kau- und Schluckstörungen werden behandelt.
  • Erhalt der Mimik: Insbesondere die Mimik nimmt bei Parkinson-Kranken im Verlauf der Erkrankung immer mehr ab. Insofern ist es sehr wichtig, dass die Betroffenen täglich etwas für den Erhalt ihrer Mimik tun. Sie können mit Unterstützung des Logopäden oder Physiotherapeuten ein Programm zusammenstellen, mit dem möglichst alle Gesichtsmuskeln trainiert werden.
  • Atemtherapie: Durch die nachlassende Beweglichkeit kann bei Parkinson-Kranken im Verlauf die Atmung flacher werden. Dadurch ist der Sauerstoffbedarf nicht mehr ausreichend gedeckt und Schwindel und Müdigkeit können auftreten. Durch eine gezielte Atemtherapie kann einerseits die Atmung selbst, aber auch das Sprechvermögen verbessert werden.
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002
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