Therapie bei Morbus Parkinson: Physiotherapie

Bei der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung) ist es besonders wichtig, dass die Betroffenen regelmäßig Krankengymnastik erhalten, um Fehlhaltungen des Körpers vorzubeugen:

  • Die verbliebene Bewegungsfähigkeit soll erhalten und gefördert werden, die oftmals verloren gegangene Harmonisierung der Bewegungsabläufe neu eingeübt und der erhöhte Muskeltonus (Rigor) vermindert werden. Somit unterscheidet sich die Form der Krankengymnastik durchaus von der bei anderen Krankheiten.
  • Besonders bewährt in der Behandlung von Parkinson-Kranken haben sich rhythmische Übungen und rhythmische Bewegungsgymnastik oder sogar Tanzen, sofern das die Beweglichkeit des Einzelnen erlaubt. Selbsthilfegruppen bieten oftmals Gruppengymnastik an.
  • Auch scheint Laufbandtraining mit Entlastung des Körpergewichts durch eine spezielle Haltungsvorrichtung über dem Laufband bei Parkinson-Kranken besser als konventionelles Gehtraining zu sein.

Haltungsübungen, Gehübungen, Schwungübungen

Es gibt Übungen für die Haltungsverbesserung. Diese können im Stehen an der Wand oder Sprossenwand, aber auch im Liegen oder Sitzen durchgeführt werden.

Gehübungen können helfen, die oftmals verkürzten Schritte bei Parkinson-Kranken wieder etwas zu verlängern. Dabei helfen auf den Boden gelegte Hölzer oder andere Hilfsmittel, über die der Erkrankte einen Schritt macht und somit jeweils eine bestimmte Schrittlänge einhalten muss. Mögliche Startschwierigkeiten können durch Tricks wie einen kurzen Schlag auf den Oberschenkel, laute Kommandos oder lautes Zählen, ein Metronom oder rhythmische Musik im einfachen 4/4-Takt beeinflusst werden. Auch eine Markierung auf dem Boden kann helfen. Ein Hindernislauf über leicht erhöhte Gegenstände auf dem Boden hilft, das Heben der Beine beim Gehen zu unterstützen.

Das Mitschwingen der Arme kann bei Parkinson-Kranken geübt werden. Schwungübungen können im Sitzen oder Stehen ausgeführt werden. Koordinationsübungen versuchen, das Zusammenspiel der einzelnen Gliedmaßen zu verbessern. Hierbei werden zunächst die einzelnen Gliedmaßen beübt, bevor es dann an die Koordination geht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.01.2013
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002