Medikamente gegen Morbus Parkinson: Dopaminagonisten

Dopaminagonisten imitieren die Dopaminwirkung dadurch, dass sie an den gleichen Stellen im Gehirn ansetzen, an denen normalerweise das Dopamin wirken würde.

Vor allem Beweglichkeitsschwankungen und unwillkürliche Bewegungen treten unter Therapie mit Dopaminagonisten seltener und später in Erscheinung als bei der Therapie mit L-Dopa.

Insbesondere jüngere Erkrankte können von der Frühkombination eines Dopaminagonisten mit L-Dopa profitieren oder sogar ausschließlich eine Therapie mit einem Dopaminagonisten bekommen.

Nebenwirkungen: Übelkeit, Brechreiz, Blutdruckabfall

Relativ häufig treten bei diesen Präparaten Übelkeit, Brechreiz oder Blutdruckabfall auf. In seltenen Fällen kann es auch zu Schlafattacken kommen, die insgesamt mit verstärkter Tagesmüdigkeit einhergehen. Wenn solche Attacken auftreten, sollten Betroffene aus Sicherheitsgründen zum Beispiel nicht mehr selbst Auto fahren oder die Therapie sollte umgestellt werden. Generell muss aber kein Fahrverbot bei der Einnahme von Dopaminagonisten ausgesprochen werden.

Außerdem kann es zu einer Vermehrung des Bindegewebes beispielsweise am Lungen- und Bauchfell oder auch an den Herzklappen kommen. Deshalb ist eine engmaschige Überwachung des Patienten erforderlich. Eine weitere nicht zu unterschätzende mögliche Nebenwirkung der Dopaminagonisten ist die Möglichkeit der Impulskontrollstörungen. Hierbei werden Spiel-, Kauf- oder Sexsucht ausgelöst. In diesem Fall muss dringend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.01.2013
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002
  • http://www.parkinson-vereinigung.de/#!die-krankheit