Medikamente gegen Morbus Parkinson: Amantadinsalze

Amantadinsalze werden seit vielen Jahren erfolgreich in der Behandlung der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung) eingesetzt. Sie wirken insbesondere auf die Akinese, aber auch auf Tremor und Rigor. Sie hemmen dabei einen bestimmten Rezeptor, den NMDA-Rezeptor, wodurch der Neurotransmitter Glutamat wiederum gehemmt wird. Hierdurch kann indirekt die Beweglichkeit gebessert werden. Allerdings zeichnet sich bei vielen Behandelten bereits nach mehreren Monaten ein teilweiser oder kompletter Wirkungsverlust ab. Amantadinsalze können zu nächtlicher Unruhe und Halluzinationen führen und sollten deshalb nur am Vormittag gegeben werden.

Man kann sie auch als Infusionslösung verwenden, zum Beispiel vor Narkosen, aber auch bei starken Schluckstörungen und bei der inzwischen seltener gewordenen akinetischen Krise, alles Situationen, in denen die Tabletteneinnahme eingeschränkt ist.

Normalerweise werden Amantadine gut vertragen, als unerwünschte Wirkungen kommen vor allem Mundtrockenheit, Übelkeit, Wasseransammlungen und auch ein so genanntes Delir oder eine Psychose vor.
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002
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