Therapie bei Morbus Parkinson

Generell sollte die Behandlung von Parkinson-Kranken sehr individuell gestaltet werden. Die Auswahl der Präparate erfolgt dabei nach Wirksamkeit und Verträglichkeit und auch die Erfahrung des jeweils behandelnden Arztes spielt eine Rolle.

Es stehen für die Behandlung sieben verschiedene Substanzen beziehungsweise Substanzgruppen zur Verfügung: Bei Betroffenen, die unter 70 Jahre alt sind und nicht noch wesentliche Begleiterkrankungen haben, wird die Therapie mit einem Dopaminagonisten begonnen.

Ältere oder multimorbide Patienten: Beginn mit L-Dopa-Einzeltherapie

Bei älteren Parkinson-Kranken, die über 70 Jahre alt sind oder auch bei multimorbiden Patienten jeder Altersgruppe, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie den Therapiebeginn mit einer L-Dopa-Einzeltherapie. Sind die anfänglichen Parkinson-Symptome dieser Betroffenengruppe nur mild ausgeprägt, so kann der Beginn einer Dopamin-Ersatztherapie manchmal hinausgezögert werden, indem entweder Amantadin oder Selegilin als Einfachtherapie gegeben wird.

Allerdings haben beide Medikamente unerwünschte Wirkungen, die nicht unerheblich sind und entsprechend besonders bei multimorbiden Betroffenen beachtet werden müssen.

Bei alten und kognitiv eingeschränkten Patienten dürfen Anticholinergika nicht gegeben werden, auch verbietet sich generell der Einsatz von COMT-Hemmern als Einfachtherapie, L-Dopa darf nur mit Decarboxylasehemmern gegeben werden.

Operative Therapieverfahren

Zurzeit kommen als operative Therapieverfahren bei Parkinson-Kranken in Deutschland zwei Verfahren in Frage:
  • Die Hochfrequenzstimulation
    Bei der Hochfrequenzstimulation werden die Hirnzellen nicht zerstört, sondern über eine implantierte Elektrode dauerhaft gereizt und ausgeschaltet.

Begleitende Therapien

Eine Physiotherapie ist bei Schüttellähmung sehr wichtig. Sie hilft, die verbliebene Bewegungsfähigkeit zu erhalten. Teilweise kann eine Haltungsverbesserung erreicht werden. Zudem verbessern Gehübungen und Laufbandtraining die Sicherheit beim Gehen und tragen so dazu bei, Stürze zu vermeiden.

Die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten, ist das Ziel der Ergotherapie. Sie sollte auf die Bedürfnisse und Beeinträchtigungen des jeweiligen Patienten abgestimmt sein. Beispielsweise kann mit Fingerübungen die Geschicklichkeit verbessert werden, Schreib- und Zeichenübungen helfen, Buchstaben wieder gleich groß zu schreiben.

Von der Akinese, der Unbeweglichkeit, sind häufig die Gesichtsmuskeln betroffen. Parkinson-Patienten sprechen deshalb immer leiser und verwaschener. Eine Sprachtherapie (Logopädie) kann dem entgegenwirken. Ein Logopäde kann Betroffenen auch dabei helfen, die Gesichtsmuskeln zu trainieren und so die Mimik zu erhalten.

Symptome therapieren

Bei Parkinson kann es auch sinnvoll sein, die einzelnen Symptome zu therapieren. Bei Verstopfung beispielsweise können eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Bewegung helfen. Auch Abführmittel können zum Einsatz kommen. Schlafstörungen werden mit einer angepassten Schlafhygiene und pflanzlichen Schlafmitteln behandelt. Weitere Symptome und deren Therapie finden Sie hier.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.01.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin