Morbus Parkinson: Stadien der Erkrankung

Noch vor der Einführung der L-Dopa-Therapie haben Hoehn und Yahr 1967 eine Einteilung zu der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung) veröffentlicht.

Hier die aktuelle modifizierte Version:
  • Stadium 0: Keine Erkrankungsanzeichen
  • Im Stadium 1 besteht nur eine geringe funktionelle Beeinträchtigung des Betroffenen bei einseitiger Symptomatik.
  • Im Stadium 1,5 zeigt sich eine einseitige und eine axiale Symptomatik
  • Im Stadium 2 ist die Parkinson-Symptomatik beidseits ausgeprägt, die Betroffenen haben keine Gleichgewichtsstörungen.
  • Im Stadium 2,5 zeigt sich neben einer leichten beidseitigen Beteiligung ein Ausgleich im Zugtest. Beim diesem Test prüft der Arzt die Standunsicherheit des Patienten, indem er ihn ruckartig an der Schulter zieht, während dieser mit dem Rücken zu ihm steht.
  • Im Stadium 3 zeigen sich erstmals gestörte Stellreflexe, die Betroffenen können aber noch unabhängig leben und sich eigenständig versorgen. Man kann die Behinderung als schwach bis mäßig ausgeprägt bezeichnen.
  • Im Stadium 4 ist die Parkinson-Symptomatik voll entwickelt, Betroffene können noch gehen und stehen, sind aber schon deutlich behindert.
  • Im Stadium 5 ist der Parkinson-Kranke auf den Rollstuhl angewiesen, wenn er sonst keine direkte Hilfe bekommt, oder er ist sogar bettlägerig.

Derzeitige Therapie kann Komplikationen mindern

Die heutige Therapie kann zwar das Fortschreiten der Krankheit nicht verhindern, sie kann aber zusätzliche Komplikationen mindern und auch die Pflegeabhängigkeit hinauszögern. In den ersten drei bis fünf Jahren zeigen die Betroffenen unter medikamentöser Therapie meistens einen guten Verlauf, man spricht deshalb auch von „honeymoon“ (Flitterwochen).

Durchschnittlich dauert es dann jeweils zirka zwei bis fünf Jahre, bis der Patient das nächste Stadium erreicht. In den meisten neuen klinischen Studien zur Parkinson-Krankheit wird heutzutage eine andere Skala verwendet, die UPDRS - Unified Parkinson`s Disease Rating Scale. Auch gibt es noch zahlreiche weitere Skalen, die in unterschiedlicher Weise Haupt- und Begleitstörungen der Parkinsonkrankheit erfassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.01.2013
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002
  • Neurologen und Psychiater im Netz: Parkinson-Krankheit: Untersuchungsmethoden (http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de/npin/npinkrankheit/show.php3?p=6&id=41&nodeid=23)
  • http://www.parkinson-vereinigung.de/#!die-krankheit
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