Pflege bei Morbus Parkinson

Gemütlich eine Tasse Tee trinken oder etwas essen: Was für gesunde Menschen Entspannung bedeutet, ist für Parkinson-Patienten eine große Herausforderung – genauso wie viele andere alltägliche Tätigkeiten. Denn: Ihre Erkrankung geht häufig mit Bewegungsstörungen wie Zittern einher. Doch bestimmte Tricks und Hilfsmittel können Betroffenen – und auch ihren pflegenden Angehörigen – helfen, den Alltag zu meistern.

Seniorenpaar draußen © iStock

Pflege von Parkinson-Patienten

Vom Tremor sind manchmal auch Lippen, Zunge und Kinn betroffen, zudem können die Gesichtsmuskeln starr werden. Die Sprache kann sich deshalb verwaschen und monoton anhören. Auch das Atemvolumen nimmt ab: Die Stimme wird leiser. Daher werden Parkinson-Patienten häufig schlecht verstanden. Pflegende können dem Betroffenen helfen, indem sie beim Sprechen Blickkontakt halten, Interesse und Geduld signalisieren und ihm nicht ins Wort fallen, sondern genug Zeit zum Antworten geben. Da sich Parkinson-Patienten aufgrund der Kommunikationsprobleme oft immer weiter zurückziehen, sollten Pflegende sie ermutigen, Freundschaften zu pflegen und an Unternehmungen teilzunehmen.

Bewegung – mit Übungen Komplikationen vorbeugen

Bewegungsarmut ist ein Hauptsymptom bei Morbus Parkinson. Wird nichts dagegen unternommen, kann sie zu zunehmender Gangunsicherheit und Sturzgefahr führen. Muskelstarre (Rigor) hat unbehandelt Bettlägerigkeit zur Folge – Druckgeschwüre (Dekubitus) und Thrombose können als Komplikationen auftreten. Daher sind Bewegungsübungen bei Parkinson-Patienten besonders wichtig. Mögliche Übungen sind:
  • Gleichgewichtstraining
  • Hinsetzen und Aufstehen vom Stuhl
  • Drehen im Bett
  • Übungen zur Verbesserung der Fingerbeweglichkeit
  • Übungen für die Mimik vor dem Spiegel
Aufgrund der erhöhten Sturzgefahr und der eingeschränkten Beweglichkeit der Betroffenen ist häufig eine Wohnungsanpassung ratsam: Stolperfallen wie herumliegende Kabel, Schwellen oder störende Gegenstände werden beseitigt, Haltegriffe und Geländer angebracht und Stühle mit Armlehnen und hoher Sitzfläche besorgt.

Körperpflege – regelmäßig, sorgfältig und mit milden Produkten

Auch Schweißausbrüche und verstärkte Talkabsonderungen sind Symptome der Parkinson-Krankheit. Deshalb ist eine regelmäßige und sorgfältige Hautpflege mit milden Hautpflegeprodukten notwendig. Starke Schuppenbildung  aufgrund der Talkabsonderungen erfordert häufiges Haare waschen. Stehen dem Parkinson-Patienten ein Duschstuhl in der Dusche und Haltegriffe im Bad zur Verfügung, kann er die Körperpflege meist noch lange selbstständig oder mit nur wenig Unterstützung erledigen.

Hilfe beim Essen und Trinken – mit viel Zeit und Ruhe

Viel Trinken – das ist besonders wichtig – etwa zwei Liter täglich. Denn durch das starke Schwitzen verlieren Betroffene mehr Flüssigkeit als gesunde Menschen. Auch eine ballaststoffreiche Ernährung ist ratsam, da Parkinson-Patienten zu Verstopfung neigen.

Für das Essen selbst sollte der Pflegebedürftige ausreichend Zeit und Ruhe einplanen. Aufgrund des Zitterns fällt es Betroffenen häufig schwer, den vollen Löffel zum Mund zu führen oder das Essen auf dem Teller zu zerkleinern. Der Pflegende sollte dabei helfen. Es gibt auch spezielle Hilfsmittel wie Essbesteck mit verdicktem Griff oder Anti-Rutsch-Folien für den Teller. Gläser und Tassen werden am besten immer nur halb voll gefüllt, damit der Parkinson-Patient nichts verschüttet. Auch Strohhalme können das Trinken erleichtern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.06.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de; inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. Markus Dietl, Pflegewissenschaftler; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
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