Komplikationen bei Morbus Parkinson: Die akinetische Krise

Man versteht unter akinetischer Krise die plötzlich eintretende völlige Bewegungsunfähigkeit eines Parkinson-Kranken. Die akinetische Krise ist eine lebensbedrohliche Komplikation, der Betroffene muss sofort in ein Krankhaus eingeliefert werden.

Eine akinetische Krise tritt relativ selten auf, meistens erst im Spätstadium der Schüttellähmung. Auslöser für eine solche Krise sind meistens andere Erkrankungen wie zum Beispiel ein schwerer fieberhafter Infekt oder auch eine stattgehabte Operation. Auch die akute Unterbrechung der Einnahme der Parkinson-Medikamente kann zu einer solchen Krise führen.

Betroffener innerhalb kürzester Zeit fast völlig bewegungsunfähig

Bezeichnend für die akinetische Krise ist, dass der Betroffene aus einer guten Beweglichkeit unter dopaminerger Therapie heraus in kürzester Zeit fast völlig bewegungsunfähig wird. Er hat einen verstärkten Rigor und kann nicht sprechen und schlucken. Durch die Schluckstörung kann er keine Flüssigkeit zu sich nehmen, so dass er recht schnell austrocknet. Auch kann er keine Medikamente schlucken, er gerät in einen Medikamentenentzug.

Akinetische Krise wird intensivmedizinisch behandelt

Behandelt wird die akinetische Krise intensivmedizinisch. Flüssigkeits- und Medikamentenzufuhr werden überwacht. Da die Betroffenen nicht schlucken können, erhalten sie entweder rasch lösliches L-Dopa über eine Magensonde, L-Dopa oder Amantadin als Infusion oder Apomorphin unter die Haut gespritzt (subkutan).

Wenn man alle Parkinson-Medikamente betrachtet, hat Apomorphin die stärkste Wirkung und ist am ähnlichsten mit dem körpereigenen Dopamin. Es ist in Deutschland allerdings nur für besondere Problemfälle von Parkinson-Kranken, wie zum Beispiel die akinetische Krise, zugelassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.01.2013
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002
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