Diagnostik bei Morbus Parkinson: Medikamentöse Tests

Als medikamentöse Tests zur Diagnostik von Morbus Parkinson (Schüttellähmung) stehen der L-Dopa- und der Apomorphin-Test zur Verfügung.

Bei L-Dopa-Test wird hohe Einzeldosis L-Dopa verabreicht

Mit dem L-Dopa-Test wird das Ansprechen des Betroffenen auf L-Dopa getestet. Bei diesem Test wird eine recht hohe Einzeldosis L-Dopa als Tablette verabreicht (100-250 mg L-Dopa). Dabei wird der Zustand des Parkinson-Kranken vor der Einnahme und während der Wirkung getestet. Hierzu werden vorgegebene Skalen verwendet. Das Testergebnis ist positiv, wenn mindestens eine 20- bis 30-prozentige Verbesserung in der Skala erreicht werden kann. Bei manchen Patienten führt dieser Test schon durch die einmalige Gabe von L-Dopa zu einem erhöhten Dyskinesierisiko. Deshalb ist man besonders bei jüngeren Betroffenen manchmal eher zurückhaltend mit dem Anwenden dieses Tests.

Apomorphin-Test: zwei bis vier Milligramm Apomorphin injiziert

Alternativ kann der Apomorphin-Test benutzt werden. Hier erhält der Betroffene zwei bis vier Milligramm Apomorphin in die Haut injiziert. Nach zehn bis 20 Minuten sollte die Wirkung, das heißt eine Verbesserung der Parkinson-Symptome, eintreten. Dieses Mittel darf im Gegensatz zu L-Dopa nur bei besonderen Problemfällen der Parkinson-Krankheit zur Therapie angewendet, sonst nur zur Untersuchung verwendet werden. Bei beiden Tests wird ein bis zwei Tage vor der Untersuchung Domperidon gegeben, welches Magen-Darm-Störungen durch den Test vermeiden helfen soll.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.01.2013
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: R. Thümler, Morbus Parkinson - Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2002
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