Behandlung von Morbus Crohn mit Kortison

Kortison-Präparate galten lange Zeit als unentbehrlich in der Therapie von Morbus Crohn. Doch heute können sie oft durch die moderneren und nebenwirkungsärmeren Immunsuppressiva – oder auch durch Antikörper – ersetzt werden. Jeder kompetente Morbus-Crohn-Experte wird genau dies bei seinen Patienten versuchen.

Denn als problematisch erweisen sich bei der Kortison-Therapie immer wieder die Nebenwirkungen. Schon unter einer kurzzeitigen Therapie können ein Mondgesicht, Gewichtszunahme, Akne oder Zyklusstörungen auftreten. Schwerwiegender sind die Folgen einer Langzeit- oder Dauertherapie mit Steroiden, wie die Kortison-Präparate auch genannt werden: Auch unter niedrigen Dosierungen kommt es oft zu einer Osteoporose, einer Linsentrübung am Auge (Katarakt), zu hohem Blutdruck und gelegentlich sogar zu Psychosen.

Bei schweren Schüben ist Kortison manchmal unverzichtbar

Wegen der Nebenwirkungen versuchen Ärzte heute, Kortison nur so lange einzusetzen, bis eine Symptomfreiheit (Remission) erreicht ist. Immer häufiger ersetzen sie das Kortison durch Immunsuppressiva. Allerdings dauert es bei den meisten Immunsuppressiva mindestens drei Monate bis der Patient auf sie anspricht, so dass bei einem schweren akuten Schub nicht immer auf Kortison verzichtet werden kann.

Kortisonpräparate sind Abkömmlinge des körpereigenen Hormons Kortison. Sie entfalten ihre entzündungshemmende Wirkung, indem sie unter anderem immunologisch aktive Botenstoffe und Zellen hemmen.

Nebenwirkungsarme Kortison-Zäpfchen bei leichteren Schüben

Beim Morbus Crohn werden Kortison-Präparate in 2 Formen verabreicht:
  • Systemische – also im ganzen Körper wirkende – Formen wie Prednison, Prednisolon und Methylprednisolon sind hoch wirksam, haben aber auch systemische Nebenwirkungen. Ihre Domäne ist die Therapie des schweren Schubs.
  • Lokal und ausschließlich im Darm wirkende Kortison-Präparate wie das Budesonid, die etwa in Form eines Zäpfchens verabreicht werden, sind in der Regel besser verträglich, allerdings auch nicht so stark wirksam. Sie werden häufig bei leichten bis mittelschweren Schüben eingesetzt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.03.2008
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Apotheke

Finden Sie hier Ihre Apotheke in Ihrer Nähe:

PLZ/Ort
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)