Behandlung von Morbus Crohn mit Kortison

Kortisonpräparate galten lange Zeit als unentbehrlich in der Therapie von Morbus Crohn. Doch heute können sie oft durch die moderneren und nebenwirkungsärmeren Immunsuppressiva – oder auch durch Antikörper – ersetzt werden.

Erkrankungsfälle mit geringer oder mäßiger Entzündungsaktivität können oft durch ein hauptsächlich lokal wirksames Kortisonpräparat, das Budesonid, erfolgreich behandelt werden. Hierbei treten die bekannten Nebenwirkungen von Kortison deutlich seltener auf als bei einer herkömmlichen Kortisongabe. Besonders gilt dies für Erkrankungen, bei denen das Endstück des Dünndarms betroffen ist.

Bei schweren Schüben ist systemisch eingesetztes Kortison manchmal unverzichtbar

Wegen der Nebenwirkungen versuchen Ärzte heute, Kortison nur so lange einzusetzen, bis eine Symptomfreiheit (Remission) erreicht ist. Immer häufiger ersetzen sie das Kortison durch Immunsuppressiva. Allerdings dauert es bei den meisten Immunsuppressiva mindestens drei Monate, bis der Patient auf sie anspricht, sodass bei einem schweren akuten Schub nicht immer auf Kortison verzichtet werden kann. Es wird dann systemisch eingesetzt, ist also im ganzen Körper wirksam.

Kortisonpräparate sind Abkömmlinge des körpereigenen Hormons Kortison. Sie entfalten ihre entzündungshemmende Wirkung, indem sie unter anderem immunologisch aktive Botenstoffe und Zellen hemmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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