Morbus-Crohn: Therapie

Eine endgültige Heilung ist bei Morbus Crohn momentan nicht möglich. Die Therapie zielt deshalb darauf ab,

  • einen akuten Ausbruch der Entzündung einzudämmen,
  • chronische Entzündungen zum Abklingen zu bringen,
  • beschwerdefreie Intervalle möglichst lange zu erhalten (Remissionserhalt),
  • ein Wiederausbrechen der Erkrankung zu verhindern (Rezidivprophylaxe),
  • etwaige Begleiterkrankungen zu kontrollieren (extraintestinale Manifestationen, Ernährungsdefizite, Fisteln).

In vielen Fällen kann Morbus-Crohn-Patienten nur mit einem multidisziplinären Konzept geholfen werden – dazu gehören Medikamente, eine spezielle Ernährung und Psychotherapie. In manchen Fällen ist auch eine Operation notwendig. Trotzdem spielen Medikamente – vor allem bei einem akuten Schub – die größte Rolle.

Immunsuppressiva und Antikörper zur Verringerung der Entzündungsaktivität

Zur Therapie des Morbus Crohn werden heute Medikamente verwendet, die in erster Linie entzündungshemmend wirken oder die überschießende Aktivität des Immunsystems regulieren. Die wirkungsvollsten Substanzen sind Immunsuppressiva und Antikörper wie Tumornekrosefaktor-Antikörper (TNF-Antikörper).

5-Aminosaliylsäure und Kortison sollten Ärzte nur bei akuten Schüben, aber nicht mehr als Dauertherapie einsetzen. Budesonid hilft bei leichten bis mäßigen Schüben – vor allem bei Befall des letzten Dünndarmabschnitts. Gelegentlich setzen Ärzte auch Antibiotika ein – besonders, wenn eine Therapie mit entzündungsregulierenden Medikamenten nicht anschlägt. Auch bei Fisteln erweisen sich Antibiotika, etwa ein Präparat mit dem Wirkstoff Metronidazol, als sinnvoll.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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