Lexikon: Morbus Crohn

  • Entzündungshemmender Wirkstoff; enthalten in Sulfasalazin, Mesalazin, Olsalazin und eingesetzt zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
  • Eiteransammlung in einem durch Gewebszerstörung entstandenen Hohlraum.
  • Eiweißfraktion im Blutserum; Herstellung in der Leber;
  • Eiweiß des Blutserums, das den Körper vor Enzymen schützt, die an zellzerstörenden Entzündungsprozessen beteiligt sind. Bei entzündlichen Darmerkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, kann alpha-1-Antitrypsin über Wundflächen des Darms mit dem Stuhl ausgeschieden und darin nachgewiesen werden.
  • Individuelle Krankengeschichte eines Patienten
  • Eiweiße (Immunglobuline), die der Abwehr von Fremdstoffen dienen. In der Morbus-Crohn-Therapie spielen Antikörper eine immer wichtigere Rolle. Die dort eingesetzten Antikörper heißen Tumornekrosefaktor-alpha-Blocker. Sie verhindern die Freisetzung von entzündungsauslösenden Botenstoffen und führen dadurch zu einer deutlichen Reduktion der Entzündungen bei Morbus Crohn. Zugelassene Wirkstoffe sind Infliximab und Adalimumab.
  • Krankheitsursachen; bei "unklarer" Ätiologie sind die Ursachen für eine Erkrankung nicht bekannt.
  • Wirkstoff, der die Aktivität des Immunsystems hemmt.
  • Entnahme einer Gewebeprobe, um sie unter dem Mikroskop auf Veränderungen zu untersuchen.
  • auch: Erythrozytensedimentationsrate (ESR); ein unspezifischer Suchtest bei entzündlichen Erkrankungen, der die Geschwindigkeit, mit der Blutzellen in einer Blutprobe absinken, misst. Erhöhte Werte sind ein Anzeichen für eine Entzündung.
  • ein Kortisonabkömmling
  • Ein in der Leber gebildeter Eiweißstoff, den man der Gruppe der sogenannten Akute-Phase-Proteinen zuordnet. Bei entzündlichen Erkrankungen ist das unspezifische CRP im Blutserum erhöht. Sein Anstieg kann auch über den Schweregrad einer Erkrankung Auskunft geben.
  • Crohn's Disease Activity Index; Maßzahl zur Quantifizierung der Entzündungsaktivität beim Morbus Crohn; bestimmte Einzelbefunde werden dazu mit Punkten bewertet und ergeben in ihrer Summe den CDAI
  • Schwellung der Mundlippen, die bei Morbus Crohn auftreten kann.
  • Burrill B. Crohn, New Yorker Arzt (1884 - 1983), der 1932 die später nach ihm benannte Erkrankung "Ileitis regionalis" beschrieben hat.
  • Arzneistoff, der in der Natur in Pilzen vorkommt, für medizinische Zwecke aber synthetisch hergestellt wird. Er unterdrückt die Immunabwehr und blockiert die Produktion bestimmter Entzündungsstoffe. Anwendung v.a. in der Transplantationsmedizin.
  • Ein lebensgefährlicher Notfall, der eine sofortige Operation erfordert: Der Darm reißt, Stuhl gelangt in den Bauchraum und führt zur Entzündung des Bauchfells (Peritonitis).
  • Bakterielle Besiedlung des unteren Dünndarms des Dickdarms und des Mastdarms, die vor krankheitserregenden Keimen schützt.
  • Art der Zubereitung eines Wirkstoffs (z.B. Tabletten, Zäpfchen); sie bestimmt unter anderem Eintritt und Dauer der Wirkung; orale Darreichungsformen werden geschluckt und in der Regel über den Darm (enteral) aufgenommen; parenterale Darreichungsformen erreichen den Ort der Wirkung nicht durch Aufnahme über den Darm, sie werden beispielsweise in die Vene gespritzt.
  • Benennung einer Krankheit oder Störung.
  • Letzter Abschnitt des Verdauungstrakts, bestehend aus Blinddarm (Caecum), Grimmdarm (Kolon) und Mastdarm (Rektum); Ort, an dem Wasser und Mineralstoffe aus dem Nahrungsbrei wieder in den Organismus aufgenommen werden
  • Akute Erweiterung des Darms, die mit einer plötzlich auftretenden extremen Entzündung des Dickdarms einhergeht. Das toxische Megakolon ist eine lebensgefährliche Komplikation des Morbus Crohn, die sich unter anderem durch heftige Bauchschmerzen, einen beschleunigten Puls, hohes Fieber und eventuell sogar durch einen Schock äußert.
  • Abschnitt des Verdauungstrakts, bestehend aus Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum); Ort, an dem die meisten Nährstoffe in den Körper aufgenommen werden.
  • Spiegelung von Körperhohlräumen, zum Beispiel Ösophagoskopie (Speiseröhre), Gastroskopie (Magen), Duodenoskopie (Zwölffingerdarm), Koloskopie (Dickdarm), Rektoskopie (Mastdarm).
  • den Darm betreffend.
  • anderer Begriff für Morbus Crohn
  • Ausmaß einer Entzündung, messbar anhand verschiedener Indizes (siehe CDAI)
  • Hauterkrankung mit knotigen Veränderungen
  • Sie transportieren den eingeatmeten Sauerstoff von der Lunge in die verschiedenen Teile des Körpers und nehmen auf dem Rückweg Teile des Stoffwechselprodukts Kohlendioxid mit zur Lunge, wo es ausgeatmet wird.
  • Verschlimmerung einer Erkrankung
  • Außerhalb des Verdauungstrakts gelegene Symptome, die einen Bezug zu einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung haben; zum Beispiel Hauterkrankungen, Augenentzündungen
  • Eine nicht natürlich vorbestehende, röhren- oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und anderen Organen oder der Körperoberfläche. Es wird zwischen inneren (von außen nicht sichtbaren) und äußeren (an der Haut mündenden) Fisteln unterschieden.
  • Eisenhaltiger roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen; bindet den Sauerstoff.
  • Von körpereigenen Kortikosteroiden abgeleiteter Wirkstoff mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Künstlicher Darmausgang (Stoma), bei dem der Krummdarm (Ileum) über die Bauchdecke ausgeleitet wird.
  • Krummdarm, letzter Abschnitt des Dünndarms.
  • Darmverschluss.
  • Unterdrückung der Reaktionen des Immunsystems durch Medikamente.
  • Medikament, das das Immunsystem in seiner Funktion unterdrückt.
  • Wirkstoff, der die Aktivität des Immunsystems hemmt
  • Unfähigkeit, die Ausscheidung von Urin (Harninkontinenz) oder Stuhlgang (Stuhlinkontinenz) zu kontrollieren. Je nach Ausprägung gehen Urin und/oder Stuhlgang erst bei Anstrengungen wie Husten und Pressen ab, unter Umständen aber auch spontan.
  • Entfernung des Grimmdarms (Kolon)
  • Spiegelung des Grimmdarms (Kolon), im weiteren Sinne des gesamten Dickdarms.
  • Hormon, das in der Nebennierenrinde des Menschen gebildet wird. Die heute in der Medizin verwendeten Glukokortikoide sind chemisch verwandt mit diesem natürlichen Kortison. Sie werden vor allem zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen eingesetzt.
  • Weiße Blutkörperchen; zellulärer Bestandteil des Immunsystems.
  • Komplikation bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mit extremer Aufblähung des Kolons und der Gefahr des Durchbruchs (Perforation).
  • Antibiotikum, das beim Morbus Crohn zur Behandlung von Fisteln eingesetzt werden kann.
  • Eine Kernspintomographie des Darms, die mit einem Kontrasteinlauf stattfindet und auch einen Blick in umgebendes Gewebe erlaubt.
  • Schleimhaut, die die Hohlorgane und den Magen-Darm-Trakt auskleidet.
  • durch den Mund, auf den Mund bezogen.
  • Den Darm umgehend; zum Beispiel intravenöse oder intramuskuläre Verabreichung von Medikamenten
  • Durchbruch oder Durchstoßung eines Gewebes oder Hohlorgans wie Magen oder Darm (Darmperforation).
  • in der Umgebung von..., perianal: in der Umgebung des Afters
  • Aus einer Dünndarmschlinge geformtes taschenförmiges Reservoir, das den Dünndarmstuhl sammelt und so den Mastdarm ersetzen kann.
  • Vom körpereigenen Hormon Kortison abgeleiteter Wirkstoff mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Zubereitung aus lebensfähigen Organismen, die positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben sollen. Können Arznei- oder Lebensmittel sein, beispielsweise Hefepilze oder Milchsäurebakterien.
  • Einschätzung des künftigen Verlaufs einer Erkrankung.
  • Lehre, wonach bestimmte Erkrankungen ihren Ursprung in seelischen Konflikten haben.
  • Geschwürbildende Hauterkrankung.
  • Beschwerdefreies Intervall einer Erkrankung. Nicht mit Heilung gleichzusetzen.
  • Operative Entfernung eines Organs oder eines Gewebes.
  • Rückfall; erneutes Auftreten einer Krankheit.
  • Verfahren zum Nachweis von Störungen der Nährstoffaufnahme (Vitamin B12) im Dünndarm
  • Engstelle, Verengung
  • Chemische Verbindungen, die als Grundgerüst das Steran enthalten, einen polyzyklischer Kohlenwasserstoff. Sie spielen im menschlichen Stoffwechsel eine bedeutende Rolle, beispielsweise auch als Glukokortikoide (siehe dort).
  • Zäpfchen.
  • Wirkstoff, der die Aktivität des Immunsystems hemmt. Soll bei Organtransplantationen die Abstoßungsreaktion verhindern.
  • Krampfartige Schmerzen vor oder nach dem Stuhlgang.
  • Blutplättchen, die eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielen; sie haften aneinander und bilden so einen Verschluss an verletzten Gefäßwänden.
  • Geschwür, Geschwürbildung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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