Morbus Crohn: Folgeerkrankungen

Patienten mit Morbus Crohn werden oft nicht mehr ausreichend mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Wegen der Durchfälle und der entzündeten Abschnitte im Verdauungstrakt werden die Nährstoffe im Darm nicht mehr so gut resorbiert. Hinzu kommt: Chronische Entzündungen verbrauchen Energie – sie rauben dem Körper Kalorien und Nährstoffe.

Weitere Ursachen für den schlechten Ernährungszustand von Morbus-Crohn-Patienten sind:
  • Appetitlosigkeit
  • etwaige Engstellen im Darm
  • oder die chirurgische Entfernung von Darmabschnitten
Die Folgen reichen von einer Gewichtsabnahme, über den Verlust an Fett- und Muskelmasse bis hin zu Symptomen von Vitaminmangel. So kann es zu einem Mangel an Kalzium kommen, der den Knochenstoffwechsel beeinträchtigt. Häufig leiden Morbus-Crohn-Patienten auch unter einem Mangel an Vitamin B12 der zu Störungen der Blutbildung führt.

Mehr als jeder zweite Patient hat Osteoporose

Eine häufige und gefürchtete Folge des Morbus Crohn ist die Osteoporose. Bei dieser Krankheit nimmt die Knochendichte ab, weshalb Stürze leicht zu einem Bruch führen können. Im fortgeschrittenen Stadium sind bereits bei kleinsten Stößen Brüche möglich. Über 60 Prozent aller Morbus-Crohn-Patienten sind vermutlich von Osteoporose betroffen. Die Ursachen sind vielfältig:
  • die schlechte Nährstoffaufnahme über den Darm
  • die knochenabbauende Wirkung der Entzündung selbst
  • die Kortison-Therapie
  • eine Milchunverträglichkeit, die bei Morbus-Crohn-Patienten recht häufig ist.
Bei Kindern und Jugendlichen kann die Osteoporose zu Wachstumsverzögerungen führen, auch eine verspätet einsetzende Pubertät wird diskutiert.

Ernährungsberatung sehr zu empfehlen

Für Morbus-Crohn-Patienten und Ärzte ist es wichtig, auf eventuelle Ernährungsmängel zu achten und sie auszugleichen. Eine Ernährungsberatung und eine spezielle Ernährungstherapie ist in jedem Fall sinnvoll, ganz besonders, wenn Ihr Body-Mass-Index unter 18 liegt. Wenn Sie mehr als 10 Prozent Ihres Gewichts innerhalb von sechs Monaten verloren haben oder Ihr Serumalbumin-Wert zu niedrig ist, ist die Ernährungsberatung ein absolutes Muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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