Diagnose bei Morbus Crohn: Ultraschall

Bei der Ultraschalluntersuchung, auch Sonografie genannt, wird das Körpergewebe Schallwellen einer bestimmten Frequenz ausgesetzt. Treffen diese Wellen auf Grenzschichten von Geweben unterschiedlicher Dichte, werden sie zumindest teilweise als ein Echo zurückgeworfen, das jede Menge an Informationen über Lage, Größe und Beschaffenheit der beschallten Organe enthält. Das Ultraschallgerät wandelt diese Informationen dann in ein Graustufenbild um.

Abszesse sind mit dem Ultraschall sehr gut zu erkennen

Mit dem Ultraschallverfahren lassen sich zwar keine Schleimhautveränderungen, wohl aber entzündlich verdickte Darmwände, Verengungen, Fisteln und Abszesse identifizieren. Abszesse sind mit dem Ultraschall sogar besser zu erkennen als mit der Endoskopie, weil die Sonografie auch einen Blick ins benachbarte Gewebe des Darms erlaubt. Erfahrene Ärzte können mit dem Ultraschall außerdem die motorische Funktionsfähigkeit des Darms beurteilen.

Die Ultraschalluntersuchung ist unkompliziert und belastet nicht

Weitere Vorteile der Ultraschalluntersuchung: Die Sonografie ist für den Patienten nicht belastend, lässt sich schnell erledigen und beliebig oft wiederholen. Der Verlauf der Erkrankung und etwaige akute Komplikationen lassen sich daher gut mit dem Ultraschall erfassen. Zur Erstdiagnose des Morbus Crohn sind die Befunde der Ultraschalluntersuchung allein allerdings nicht aussagekräftig genug.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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