Diagnostik bei Morbus Crohn: Röntgen, MRT und CT

Mit der weiten Verbreitung der endoskopischen Verfahren hat die klassische Röntgenuntersuchung bei der Diagnostik chronisch entzündlicher Darmerkrankungen an Bedeutung verloren. Wichtig bleibt sie aber nach wie vor, wenn bei Verdacht auf einen Morbus Crohn die Verhältnisse im Dünndarm untersucht werden sollen.

Radiologen setzen in diesem Fall immer häufiger die Magnetresonanztomografie (MRT) statt der herkömmlichen Röntgenuntersuchung ein. Die MRT hat den Vorteil, dass sie mit keiner Strahlenbelastung verbunden ist.

Sellink-MRT für die Erstdiagnose geeignet

Für eine Darm-MRT erhält der Patient ein Kontrastmittel, damit der Radiologe den Darm gut vom umgebenden Gewebe unterscheiden kann. Das Kontrastmittel lagert sich an die Darmwand an und stellt deren Konturen dar. Mit dieser Doppelkontrastuntersuchung – auch MRT-Sellink genannt – lässt sich ein entzündlicher Befall der Darmwand gut feststellen. Die Sellink-MRT hat einen weiteren Vorteil: Der Radiologe kann nicht nur den Darm, sondern auch das umgebende Gewebe gut erkennen. So lassen sich etwa Darmverwachsungen mit dem Bauchfell feststellen.

Bei Darmverschluss-Verdacht sind Kontrastmittel verboten

Bei sehr speziellen Fragestellungen – etwa nach einem Fistelverlauf oder einem Abszess – nimmt der Radiologe eine normale MRT ohne Kontrastmittel vor. Bei Verdacht auf einen Darmverschluss (Ileus), einen Darmdurchbruch oder eine starke Dickdarmerweiterung (Megakolon) ist die Gabe von oralem Kontrastmittel sogar ausdrücklich verboten. Die Computertomografie (CT) kann bei Verdacht auf einen Abszess, Darmwandverdickungen und Stenosen oder bei unklaren Befunden weiterhelfen. Die CT geht allerdings wie das herkömmliche Röntgen mit einer Strahlenbelastung einher.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung