Diagnose bei Morbus Crohn: Magen-Darm-Spiegelung

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die sicherste Methode, um Morbus Crohn zu erkennen. Bei diesen Untersuchungsmethoden führt der Arzt ein schlauchartiges Instrument (Endoskop) in den Verdauungstrakt ein, das über eine winzige Kamera Bilder aus den Innenräumen der Organe liefert. Da bei Morbus Crohn die Entzündung an den unterschiedlichsten Stellen auftreten kann – im Dünndarm, Dickdarm und in seltenen Fällen sogar in der Speiseröhre oder im Magen – ist am Anfang auch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) notwendig.
Morbus Crohn Endoskopie: gesunder Darm © Uniklinik Heidelberg, Innere Medizin IV Normalbefund im Querkolon
Morbus Crohn Endoskopiebild: M. Crohn des Darms © Uniklinik Heidelberg, Innere Medizin IV Morbus Crohn des Colons
Mit der Magenspiegelung ist es möglich, die Speiseröhre, den Magen sowie die obersten Abschnitte des Dünndarms (Duodenoskopie) zu inspizieren. Gleichzeitig kann der Arzt mit feinsten Zangen, die innerhalb des Endoskops verlaufen, Gewebeproben (Biopsien) aus der Schleimhaut entnehmen. Für die Magenspieglung müssen Sie einen Schlauch, das Endoskop, schlucken. Ein Beruhigungsmittel wie Diazepam und eine örtliche Betäubung des Rachenraums erleichtert Ihnen die Untersuchung. Ab dem Vorabend dürfen Sie keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen.

Der Arzt kann Gewebeproben aus dem Darm entnehmen

Bei der Darmspiegelung schiebt der Arzt das Endoskop über den After in den Verdauungstrakt. Mit Hilfe der Darmspiegelung lassen sich Mast- und Dickdarm sowie die letzten Zentimeter des unteren Dünndarms untersuchen. Außerdem kann der Arzt – wie bei der Magenspiegelung – Gewebeproben entnehmen.

Vor der Darmspiegelung ist eine gründliche Darmreinigung nötig. Da die Darmspielung oft als sehr unangenehm empfunden wird, führen Ärzte die Untersuchung in manchen Fällen auch unter Vollnarkose durch.

Intestinoskopie erlaubt Blick in den gesamten Dünndarm

Die Endoskopie stößt an ihre Grenzen, wenn wie beim Morbus Crohn auch die mittleren Dünndarmabschnitte untersucht werden müssen. Neuerdings gibt es mit der Intestinoskopie und Doppelballon-Endoskopie jedoch Verfahren, die eine Einsicht des gesamten Dünndarms erlauben. Mit der Intestinoskopie, auch Enteroskopie genannt, lassen sich der Zwölffingerdarm (Duodenum) und die oberen Anteile des nachfolgenden Leerdarms (Jejunum) inspizieren. Die Doppelballon-Enteroskopie bietet zudem die Möglichkeit, Stenosen (Verengungen) aufzuweiten. Beide Untersuchungen sind allerdings sehr zeitaufwendig.
Eine Kapselendoskopie ist bei Morbus Crohn nur dann erlaubt, wenn der Arzt zuvor Engstellen um Darm ausgeschlossen hat. Bei dieser Untersuchung, die auch Kamerakapsel genannt wird, schluckt der Patient eine Miniatur-Video-Kamera. Die Kamera zeichnet während der Darmpassage Bilder der Schleimhaut auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.03.2008
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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