Diagnose Morbus Crohn: Laborwerte

Die Symptome des Morbus Crohn sind recht unspezifisch: Die Betroffenen leiden unter Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit, meistens kommt es auch zu einer Gewichtsabnahme. Der Arzt muss zunächst klären, ob die Durchfälle nicht durch Bakterien wie Salmonellen hervorgerufen werden. Eine Untersuchung des Stuhls steht bei der Labordiagnostik somit an erster Stelle.

Entzündungen und Eiweißmangel lassen sich feststellen

Sind Erreger als Ursache ausgeschlossen, kann ein Bluttest aufschlussreich sein. Mit diesem lässt sich zum Beispiel eine Entzündung oder ein Eiweißmangel feststellen. Beides würde für Morbus Crohn sprechen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Laborwerte und die Veränderung bei Morbus Crohn:
Laborwerte Proben- entnahme Wertänderung bei Morbus Crohn Aussage
Blutsenkungs-geschwindigkeit (BSG) Blut erhöht Entzündung vorhanden
Leukozyten (weiße Blutkörperchen) Blut erhöht Entzündung vorhanden
Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) Blut erniedrigt Blutverlust, zum Beispiel bei blutigen Durchfällen, Blutbildungs-
störungen
Thrombozyten Blut erhöht Dickdarmbefall
C-reaktives Protein (CRP) Blut erhöht Entzündung vorhanden
Albumin (Serumeiweiß) Blut erniedrigt Eiweißverlust über Wundflächen im Darm
Alpha-1-Antitrypsin Stuhl erhöht Eiweißverlust über Wundflächen im Darm
Schillingtest (Resorptions-
Vermögen für Vitamin B12)
Urin erniedrigt Aufnahmedefizite im Dünndarm
Eine Blutuntersuchung ist auch im Laufe der Morbus-Crohn-Therapie wichtig: Die Laborwerte geben Auskunft über den Schweregrad der Entzündung und den Erfolg einer Therapie. Anhand von Laborparametern lassen sich auch Komplikationen erkennen: So ist ein geringer Kalziumspiegel im Blut ein Hinweis auf Osteoporose, viele E. Coli Bakterien im Urin deuten auf eine Fistel zwischen Darm und Blase hin.

Eine Abgrenzung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist durch eine Blut-, Stuhl- oder Urinuntersuchung allerdings nicht möglich. Sie führen zu fast identischen Veränderungen der Laborparameter.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2017
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München: Interviews, 2007
  • Leitlinien der DGVS: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Stand 2007
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Lichtenstein G.R., Mac Dermott R.P.: Crohn's Disease: Advances in Treatment.
  • Interview mit Dr. Anja Grabig, Ärztin an der Charité (Campus Virchow-Klinikum) Medizinische Klinik mit dem Schwerpunkt Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, 2007
  • Interview mit einer Betroffenen über ihr Leben mit Morbus Crohn, 2007
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