Migräne: Therapie mit Schmerzmitteln

Zur Behandlung von Migräne eignen sich rezeptfreie Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure, Naproxen, Ibuprofen oder Paracetamol enthalten. Häufig werden auch zwei Wirkstoffen in einer Tablette kombiniert – zusätzlich kann Koffein oder Vitamin C enthalten sein. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Wirkstoffe soll die Aufnahme des Medikamentes in den Körper beschleunigt werden. Bei schweren Migräneanfällen verschreibt der Arzt, je nach Symptomen, weitere Medikamente.

Manchmal ist die Übelkeit bei Migräne so stark, dass kein Schmerzmittel gegeben werden kann. Nehmen Sie dann zuerst etwas gegen die Übelkeit ein. Dazu eignen sich Mittel wie Metoclopramid oder Domperidon. Nach 15 bis 30 Minuten kann ein Schmerzmittel eingenommen werden.

Acetylsalicylsäure gegen die Schmerzen

Acetylsalicylsäure (ASS) wird bei leichten und mittelschweren Schmerzen empfohlen. Ältere Menschen benötigen weniger ASS als junge Erwachsene. Wenden Sie ASS nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Einnahme von Acetylsalicylsäure zu Komplikationen führen, wenn ein Virusinfekt oder eine fiebrige Erkrankung vorliegt.

Acetylsalicylsäure wird, aufgelöst aus einer Brausetablette, rasch in die Blutbahn aufgenommen. Dadurch setzt die Wirkung schneller ein als bei einer herkömmlichen Tablette. Außerdem sind Brausetabletten im Allgemeinen magenverträglicher.

Naproxen und Ibuprofen bei Migräneschmerzen

Naproxen greift bei leichten bis mittelstarken Schmerzen. Die Wirkung einer Tablette hält acht bis zwölf Stunden an. Wenden Sie Naproxen nicht an bei: erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darmgeschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma

Ibuprofen kann gegen leichte und mäßig starke Kopfschmerzen eingesetzt werden. Ältere Menschen benötigen weniger Ibuprofen als junge Erwachsene. Wenn Magen-Darm-Erkrankungen, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie allergische Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma) vorliegen, sollte Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Paracetamol bei einem empfindlichen Magen

Paracetamol ist zur Behandlung leichter und mäßig starker Kopfschmerzen geeignet. Der Wirkstoff wird von Kindern und von Menschen mit empfindlichem Magen gut vertragen. Wenden Sie Paracetamol nicht an, wenn Sie Alkohol trinken. Denn die Kombination von Alkohol mit Paracetamol belastet die Leber sehr. Beachten Sie unbedingt die Tageshöchstdosis, schon bei geringen Überschreitungen der Höchstmenge kann die Leber geschädigt werden. Bei Leberfunktionsstörungen ist generell von der Einnahme abzuraten.
Tipp:
Schmerzmittel können die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Wenn Sie regelmäßig Tabletten einnehmen, sollten Sie in Ihrer Apotheke um Rat fragen. Dort informiert man Sie über mögliche Wechselwirkungen.

Wenden Sie Schmerzmittel nur bei Bedarf an, nicht vorbeugend

Trinken Sie zur Einnahme von Tabletten, Kapseln oder Dragees mindestens ein Glas Wasser (0,2 Liter). Das ist wichtig, damit das Medikament nicht in der Speiseröhre stecken bleibt. Ein weiterer Grund: Viele Schmerzmittel werden dadurch magenverträglicher und der Wirkstoff kann sich gut lösen. 

Allgemein gilt: Schmerzmittel wirken besonders schnell, wenn sie eine halbe bis eine Stunde vor einer Mahlzeit oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Wenden Sie Schmerzmittel nur an, wenn Sie bereits unter Schmerzen leiden – nicht präventiv.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.08.2018
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): S1-Leitlinie: Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne (2018); gültig bis Januar 2021.
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