Antidepressiva: Einnahme nur kontrolliert

Die Verschreibungshäufigkeit von Antidepressiva hat mit dem Erscheinen einer neuen, nebenwirkungsärmeren Substanzklasse sprunghaft zugenommen: Ursache war hauptsächlich die Entwicklung der sogenannten „Glückspille“ Prozac in den USA.

Antidepressiva sollten jedoch nur bei Vorliegen einer Depression verordnet werden. Deshalb sind sie beispielsweise bei Schlafstörungen nur geeignet, wenn diese durch eine Depression hervorgerufen wurden oder wenn die Schlafstörung zu depressiven Begleitsymptomen geführt hat.

Die Substanzgruppe der Antidepressiva führt zwar nicht zu einer wirklichen Abhängigkeit. Dennoch werden diese Medikamente oft missbräuchlich eingenommen,  da die Patienten der Meinung sind, sie könnten auf diese Mittel nicht verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.12.2014
  • Autor/in: Dr. med. Beate-Maria Effertz, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Band 38, Supp.1. September 2005, S. 45-48
  • Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Themenschwerpunkt: Arzneimittelbehandlung im Alter. Band 38 Heft 3, Juni 2005
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  • Renteln-Kruse: Medizin des Alterns und des alten Menschen, Steinkopff Verlag 2004
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  • Rote Liste: Fachinfo Paracetamol 500mg Tabletten, Rote Liste Service GmbH, FachInfo-Service, Postfach 11 01 71, 10831 Berlin
  • Rainer H. Bubenzer, Das Ende der Schmerzmittel-Nierenschäden, www.dialyse.de, Januar 2008, Link: http://www.dialyse.de/news/200801-Das-Ende-der-Schmerzmittel-Nierenschaeden.htm
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Medikamentenabhängigkeit. Suchtmedizinische Reihe Band 5 (http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Suchtmed_Reihe_5_Medikamente.pdf)
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