Medikamentensucht

Medikamente sind dazu da, Krankheiten zu heilen oder Symptome von Erkrankungen zu lindern. Werden sie jedoch falsch angewandt, können sie selbst eine Krankheit verursachen: die Medikamentensucht. Dies geschieht meist dann, wenn die Arzneimittel überdosiert, oder zu lange eingenommen werden.

Was als Missbrauch beginnt, kann leicht zu einer Abhängigkeit werden. Körperliche Abhängigkeit macht sich dadurch bemerkbar, dass Symptome wie Unruhe oder Zittern auftreten, wenn der entsprechende Wirkstoff dem Organismus nicht in regelmäßigen Abständen nachgeliefert wird. Bei abruptem Absetzen kann sich eine Entzugssymptomatik einstellen.1

Die psychische Abhängigkeit kommt dadurch zustande, dass mit Hilfe des Medikaments versucht  wird, das eigene Wohlbefinden zu steigern und reale Probleme zu umgehen. Bei den Betroffenen entsteht ein Gefühl der Notwendigkeit, diesen Zustand kontinuierlich aufrecht zu erhalten, da sie glauben, sonst ihr Leben und ihren Alltag nicht mehr bewältigen zu können.

Häufigstes Suchtmittel: Schlaftabletten

Die meisten Menschen mit einer Arzneimittelsucht sind von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig. Aber auch Neuroleptika und Antidepressiva weisen ein hohes Suchtpotential auf. Häufig sind ältere Menschen betroffen.

Auch Schmerzmittel sind eine Medikamentengruppe mit einem hohen Sucht- und Missbrauchspotential. Vielen ist dies allerdings gar nicht bewusst, da der Gebrauch von Schmerzmitteln sehr verbreitet ist. Aber auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift!

Die Vorstellung, das Suchtmittel nicht zur Verfügung zu haben, löst bei den Betroffenen meist Angst aus. Daher ist ein „Aufhören“ ohne professionelle Hilfe in vielen Fällen nicht möglich. Wer sich aber dazu durchgerungen hat, benötigt oft auch noch aus anderen Gründen ärztlichen Beistand: Bei ausgeprägter Medikamentensucht kann es zu gravierenden Entzugserscheinungen wie Angstattacken, Schlafstörungen, Kreislaufzusammenbrüchen und Psychosen kommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Praxisleitfaden Suchtmedizin des Suchtausschusses der Landesärztekammer Thüringen, Link: http://www.laek-thueringen.de/wcms/bildbez/RM.20040825.153328.677439/$File/Leitfaden-Suchtmedizin+-+aktuelle+Fassung.pdf?OpenElement
  • Majic T, Pluta JP, Mell T et al., Pharmakotherapie bei neuropsychiatrischen Symptomen bei Demenz. Dtsch Ärztebl Int 2010; 107(18): 320-7
  • American Geriatrics Society; American Association for Geriatric Psychiatry, The American Geriatrics Society and American Association for Geriatric Psychiatry recommendations for policies in support of quality mental health care in U.S. nursing homes. J Am Geriatr Soc. 2003 Sep;51(9):1299-304
  • Larson A. M. et al., Acetaminophen-induced acute liver failure: results of a United States multicenter, prospective study. Hepatology. 42, Nr. 6, 2005, S. 1364–1372. PMID 16317692.
  • Rote Liste: Fachinfo Paracetamol 500mg Tabletten, Rote Liste Service GmbH, FachInfo-Service, Postfach 11 01 71, 10831 Berlin
  • Rainer H. Bubenzer, Das Ende der Schmerzmittel-Nierenschäden, www.dialyse.de, Januar 2008, Link: http://www.dialyse.de/news/200801-Das-Ende-der-Schmerzmittel-Nierenschaeden.htm
  • Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Band 38, Supp.1. September 2005, S. 45-48
  • Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Themenschwerpunkt: Arzneimittelbehandlung im Alter. Band 38 Heft 3, Juni 2005
  • K. U. Mayer und P. B. Baltes: Berliner Altersstudie, Akademie Verlag 2002
  • Renteln-Kruse: Medizin des Alterns und des alten Menschen, Steinkopff Verlag 2004
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Apotheke

Finden Sie hier Ihre Apotheke in Ihrer Nähe:

PLZ/Ort
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)