Masern

Masern (medizinisch „Morbilli“) sind eine akute Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. Das Masernvirus ist hochansteckend, daher tritt die Erkrankung meist bereits im Kindesalter auf.

Mädchen liegt krank im Bett © Thinkstock
Die Übertragung des Virus geschieht durch Tröpfcheninfektion – also durch Husten oder Niesen. Die Erkrankung hinterlässt nach ihrer Ausheilung eine lebenslange Immunität.

Masern sind weltweit verbreitet und gehören zum Beispiel in Afrika zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten. Durch eine konsequente Impfpraxis ist die Häufigkeit der Maserninfektion in Deutschland jedoch in den vergangenen 30 Jahren deutlich zurückgegangen, wobei es regional begrenzt immer wieder zu kleineren Ausbrüchen kommt.

Symptome einer Masernerkrankung

Die Krankheit verläuft in zwei aufeinanderfolgenden Stadien: Etwa acht bis zehn Tage nach der Ansteckung (Inkubationszeit) beginnt das drei bis fünf Tage dauernde sogenannte Prodromalstadium mit grippeartigen Symptomen wie Fieber, Schnupfen, Bindehautentzündung oder Abgeschlagenheit. Das Fieber erreicht etwa am dritten Tag einen ersten Gipfel. Charakteristisch für Masern in dieser Phase sind auch die sogenannten Koplik-Flecken: Auf der Mundschleimhaut treten dabei kalkspritzerartige, weiße Flecken auf gerötetem Hintergrund auf. Zum Ende des Prodromalstadiums fällt das Fieber wieder ab.

An das Prodromalstadium schließt sich das etwa vier bis sieben Tage dauernde sogenannte Exanthemstadium mit einem erneuten Fieberanstieg an. Gleichzeitig tritt der typische großfleckige, unregelmäßig begrenzte Masernausschlag (Masernexanthem) auf, der sich hinter den Ohren beginnend über den gesamten Körper ausbreitet. Nach etwa vier bis sieben Tagen klingen die Symptome meist ab, der Hautausschlag verschwindet, wobei es zu einer kleieartigen Schuppung der Haut kommen kann. Die Erholungsphase dauert etwa zwei Wochen – sofern keine weiteren Komplikationen auftreten. Ansteckungsgefahr besteht etwa ab dem fünften Tag nach Infektion bis zum vierten Tag nach Auftreten des Hautausschlags.

Therapie bei Masern

Da es bei einer Maserninfektion keine spezifisch antivirale Therapie gibt, können bei der Therapie nur die Symptome gelindert werden. In der akuten Krankheitsphase wird dem Patienten daher Bettruhe empfohlen, Symptome wie Husten und Fieber können durch Medikamente behandelt werden.

Komplikationen einer Masernerkrankung

Von besonderer Bedeutung sind die Komplikationen der Masernerkrankung, die bei zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen auftreten. Hierzu zählen Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). Letztere ist wegen der Gefahr bleibender Schädigungen besonders gefürchtet und endet – ebenso wie die Lungenentzündung – in 25 Prozent der Fälle tödlich. Die Komplikationen können dabei entweder durch die Masernviren selbst ausgelöst werden oder – bedingt durch eine geschwächte Immunabwehr – durch zusätzliche bakterielle Infektionen (bakterielle Superinfektion).

Schutz durch Masernimpfung

Eine Infektion mit Masern lässt sich durch eine Masernschutzimpfung vermeiden. In der Regel erfolgt die Impfung als Kombinationsimpfung (MMR) zusammen mit Mumps und Röteln. Diese Impfung wird seit über 30 Jahren erfolgreich in Deutschland angewendet. Entsprechend den Impfempfehlungen sollte mit der Impfung im Alter von elf bis vierzehn Monaten begonnen werden. Nebenwirkungen sind selten: In zirka fünf Prozent der Fälle können die sogenannten Impfmasern auftreten, die nicht infektiös und deutlich schwächer ausgeprägt sind als die eigentliche Krankheit.

Auch für Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, wird die Masernimpfung empfohlen. Die Empfehlung zur Masernimpfung im Erwachsenenalter wurde im Jahr 2010 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) erweitert. Das soll dazu beitragen, die immer wieder auftretenden Masernausbrüche in der Bevölkerung zu minimieren.
Info
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte sich zum Ziel gesetzt, die Masern in Europa bereits bis zum Jahr 2010 auszurotten. Ein Ziel, das auch die deutsche Bundesregierung verfolgte. Dazu hätte jedoch eine Impfungsrate von etwa 95 Prozent erreicht werden müssen. Bisher wurde dieses Ziel nicht erreicht. Grund ist die Ablehnung mancher Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. Daher kommt es in Deutschland immer wieder zu Masernepidemien – und teilweise auch Todesfällen durch die Infektionskrankheit. Besonders Neugeborene sind bei mangelnder Durchimpfung der Bevölkerung – also bei fehlendem Herdenschutz – gefährdet, da sie erst ab dem elften Lebensmonat geimpft werden können. In anderen Ländern wie den skandinavischen Ländern, den Niederlanden, Großbritannien und den USA kommt die Masernerkrankung aufgrund einer ausreichenden Durchimpfungsrate so gut wie nicht mehr vor.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; Dr. med. Patricia Hänel, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
  • Paul-Ehrlich-Institut
  • Centrum für Reisemedizin
  • http://www.rki.de/cln_109/nn_494538/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Masern.html#doc200730bodyText2
  • http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/MMR/FAQ-Liste_Masern_Impfen.html
  • http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/leistungen/gesundh/info/masern/masern.htm
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte: Masern (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html)
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