Behandlung einer Mandelentzündung

Eine Mandelentzündung sollte in jedem Fall ein Arzt behandeln. Denn vor allem wenn Bakterien die Verursacher sind, kann es ohne Therapie zu schwerwiegenden Komplikationen kommen – beispielsweise zu einer Herzentzündung.

Behandlung der viralen Mandelentzündung

Bei einer durch Viren ausgelösten Mandelentzündung (Tonsillitis) gibt es keine speziellen Medikamente, die eingesetzt werden könnten. Lediglich die Symptome der Erkrankung lassen sich behandeln. Der Betroffene sollte Bettruhe halten. Gegen die Halsschmerzen können feucht-warme Halswickel oder das Gurgeln mit Salbeitee oder Kochsalzlösung helfen. Bei starken Schmerzen und hohem Fieber können kurzfristig schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol gegeben werden.
Keine Acetylsalicylsäure
Acetylsalicylsäure sollte bei einer Mandelentzündung nicht eingesetzt werden. Sie wirkt blutverdünnend. Sollte eine Mandeloperation nötig werden, kann das zu Problemen führen. Außerdem darf Acetylsalicylsäure keinesfalls bei fiebernden Kindern angewandt werden. Denn der Wirkstoff kann bei Kindern in Verbindung mit einer viralen Erkrankung das Reye-Syndrom auslösen. Das ist eine seltene, aber lebensgefährliche Komplikation.

Therapie der bakteriellen Mandelentzündung

Eine bakterielle Mandelentzündung muss zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen mit Antibiotika behandelt werden. Denn sonst können die Bakterien auf andere Organe übergreifen und beispielsweise eine Herz- oder Nierenentzündung verursachen. Eingesetzt wird in der Regel Penicillin. Bei Menschen, die auf dieses Antibiotikum allergisch reagieren, kommen andere Mittel zur Anwendung.
Immer zu Ende nehmen
Bitte beachten Sie: Antibiotika dürfen nie selbstständig abgesetzt werden – auch dann nicht, wenn die Symptome schon abgeklungen sind. Sie müssen immer so eingenommen werden, wie der Arzt es verordnet hat. Sonst könnten Bakterien überleben und erneut Erkrankungen verursachen. Außerdem besteht das Risiko, dass die Krankheitskeime Antibiotikaresistenzen entwickeln.

Tonsillektomie: die Mandeln entfernen

Bei einer rezidivierenden Mandelentzündung (früher chronische Mandelentzündung), von der die Gefahr ausgeht, dass die Bakterien auf andere Organe übergreifen, kann es nötig werden, die Mandeln operativ zu entfernen. Medizinisch spricht man von einer Tonsillektomie.

Da die Mandeln eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielen, werden sie – vor allem bei Kindern – heute nicht mehr so schnell entfernt wie noch vor einigen Jahren. Eine Entfernung der Gaumenmandeln wird immer erst nach einem Therapieversuch mit Antibiotika durchgeführt. Wann eine Tonsillektomie ratsam ist, hängt von vielen individuellen Umständen ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen die weitere Therapie besprechen.

Die Tonsillektomie ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe. In der Regel werden die Gaumenmandeln unter Vollnarkose aus ihrem Bett geschält. Hin und wieder kommt es nach der Operation zu Nachblutungen, die von einem Arzt behandelt werden sollten. Um Nachblutungen zu verhindern, wird den Betroffenen meist empfohlen, für einige Zeit nur kalte Getränke und weiche Nahrung zu sich zu nehmen und nicht heiß zu duschen oder zu baden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.03.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Landauer, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Evidenzbasierte Therapieleitlinien – Akute Atemwegsinfektionen; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage (2004)
  • Medical Tribune: Bei akuter Tonsillitis bleibt Penicillin erste Wahl (2013)
  • Leitlinie Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-024l_S2k_Tonsillitis_Gaumenmandeln_2015-08_01.pdf)
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