So wird die Diagnose Mandelentzündung gestellt

Bei Verdacht auf eine akute Mandelentzündung wird der Arzt die Mundhöhle, den Rachen und die Gaumenmandeln des Betroffenen genau betrachten. Außerdem tastet er den Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab. Meist reichen diese Untersuchungen in Verbindung mit den typischen Symptomen schon aus, um die Diagnose akute Mandelentzündung stellen zu können.

Viren oder Bakterien?

Steht die Diagnose Mandelentzündung (Tonsillitis) fest, sollte in einem nächsten Schritt geklärt werden, ob Viren oder Bakterien die Ursache für die Entzündung sind. Denn bakterielle Mandelentzündungen sollten mit Antibiotika behandelt werden – sonst können schwerwiegende Komplikationen wie ein Peritonsillarabszess, also eine Eiteransammlung in der Umgebung der Gaumenmandeln, aber auch Herz- oder Nierenentzündungen sowie rheumatisches Fieber entstehen.

Ein Hinweis darauf, dass Bakterien hinter der Tonsillitis stecken, ist, wenn die Entzündung eitrig verläuft. Zur Sicherung der Diagnose führen Ärzte dann häufig einen Streptokokken-Schnelltest durch. Dabei wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich von den Mandeln genommen und untersucht. Das Ergebnis steht schon nach wenigen Minuten fest.

Ist dieser Test negativ und besteht dennoch der Verdacht auf eine bakterielle Mandelentzündung, kann aus dem Abstrich auch eine Bakterienkultur gezüchtet werden. Das dauert etwa zwei Tage, die Ergebnisse sind aber viel sicherer als die eines Schnelltests und es können auch andere Bakterienarten als Streptokokken erkannt werden.

Differenzialdiagnostik

Außerdem ist es bei einer Mandelentzündung wichtig, eine sogenannte Differenzialdiagnostik durchzuführen. Das heißt, andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen, sollten ausgeschlossen werden. Beispielsweise treten beim Pfeifferschen Drüsenfieber häufig Mandelentzündungen auf. Die Beläge auf den Mandeln sehen aber anders aus und Milz und Leber sind bei dieser Krankheit geschwollen. Auch Scharlach kann sich ähnlich äußern wie eine Mandelentzündung. Ein eindeutiges Symptom ist hier jedoch die typische, tiefrote „Himbeerzunge“.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.03.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Landauer, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Evidenzbasierte Therapieleitlinien – Akute Atemwegsinfektionen; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage (2004)
  • Medical Tribune: Bei akuter Tonsillitis bleibt Penicillin erste Wahl (2013)
  • Leitlinie Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-024l_S2k_Tonsillitis_Gaumenmandeln_2015-08_01.pdf)
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