Mandelentzündung (Tonsillitis)

Bei einer Mandelentzündung (medizinisch: Tonsillitis oder Angina tonsilliaris) sind die Gaumenmandeln (Tonsillen) entzündet. Ursache der Erkrankung sind Viren oder Bakterien.

Die Gaumenmandeln – wichtig für das Immunsystem

Die Gaumenmandeln befinden sich im Rachen rechts und links hinter dem Gaumenzäpfchen. Sie sind Teil des sogenannten lymphatischen Rachenrings, zu dem noch andere Mandeln wie etwa die unpaarige Rachenmandel gehören. Im lymphatischen Rachenring sind viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten) zu finden. Er ist damit ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems und sorgt dafür, dass Krankheitserreger abgewehrt werden, die in Mund und Nase gelangt sind.

Deshalb werden die Mandeln heute erst dann entfernt, wenn Mandelentzündungen gehäuft auftreten oder bereits zu Komplikationen geführt haben – und möglichst nicht vor dem fünften Geburtstag eines Kinds. Denn besonders in den ersten Lebensjahren, in denen das Immunsystem noch lernen muss, Krankheitserreger zu bekämpfen, spielen die Gaumenmandeln eine sehr wichtige Rolle. Das ist auch der Grund, warum Kinder häufiger an Mandelentzündungen erkranken als Erwachsene.

Zwei Verlaufsformen

Eine Mandelentzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Von einer chronischen Tonsillitis spricht man, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten. Meist sind die Symptome – etwa Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder Krankheitsgefühl – bei dieser Verlaufsform nicht so stark ausgeprägt wie bei einer akuten Mandelentzündung.

Zwei mögliche Verursacher

Außerdem kann man bei einer Mandelentzündung zwei potentielle Verursacher der Entzündung unterscheiden – nämlich Viren und Bakterien. Auch das hat einen Einfluss auf den Verlauf. Denn lösen Viren die Erkrankung aus – was meist der Fall ist – verläuft die Infektion in der Regel schwächer als eine bakterielle, eitrige Entzündung.

Die Frage, ob Viren oder Bakterien die Mandelentzündung verursacht haben, ist auch wichtig für die Therapie. Während bei einer viralen Infektion nur die Symptome behandelt werden können, sollten bei einer bakteriellen Tonsillitis Antibiotika zum Einsatz kommen. Denn unbehandelt können sich die Bakterien ausbreiten und auch andere Organe befallen. Mögliche schwerwiegende Komplikationen sind dann Herz- oder Nierenentzündungen.

Mit der richtigen Therapie heilt eine Mandelentzündung dagegen in der Regel ohne Folgen aus. Dennoch ist es wichtig, dass sich Menschen mit einer Tonsillitis von anderen Personen fernhalten. Denn Mandelentzündungen sind extrem ansteckend – besonders wenn sie eitrig verlaufen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.11.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Landauer, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Evidenzbasierte Therapieleitlinien – Akute Atemwegsinfektionen; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage (2004)
  • Medical Tribune: Bei akuter Tonsillitis bleibt Penicillin erste Wahl (2013)
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