Malaria (Sumpffieber)

Malaria, im deutschen Sprachgebrauch auch Wechselfieber oder Sumpffieber genannt, wird durch Parasiten (sogenannte Plasmodien) verursacht. Überträger ist die weibliche Anopheles-Mücke. Sie sticht hauptsächlich abends in der Dämmerung zu.

Malaria wird von der Anopheles-Mücke übertragen. © iStock
Sticht eine infizierte Anopheles-Mücke einen Menschen, kann sie die Parasiten übertragen. Der Mensch stellt für die Plasmodien einen Zwischenwirt in ihrem Lebenszyklus dar. Zunächst gelangen sie nach der Infektion in die Leber. Dort reifen sie heran und teilen sich. Je nach Plasmodienart verbleiben einige in der Leberzelle und sind dann für die wiederkehrenden Malariaanfälle verantwortlich.

Die Parasiten infizieren die roten Blutkörperchen. Nach der Reifung platzen die Blutkörperchen und setzen Giftstoffe frei, die eine Entzündungsreaktion auslösen. Der Erreger der gefährlichsten Form der Malaria, der Malaria tropica, kann zusätzlich auch noch die Blutgefäße schädigen. Die Folge sind gefährliche Durchblutungsstörungen.

Je nach übertragenem Erreger werden hauptsächlich drei Formen von Malaria unterschieden. Sie weisen jeweils eine spezifische Fieberrhythmik auf. Allerdings ist diese Rhythmik kein verlässliches Erkennungszeichen – sie kann bei allen Formen auch gelegentlich fehlen. Folgende Malaria-Formen werden unterschieden
  • Die Malaria tertiana, die durch die Erreger Plasmodium vivax oder ovale ausgelöst wird, ist eine milde Form der Krankheit, bei der auch noch nach Jahren Rückfälle auftreten können.
  • Die Malaria quartana wird durch Plasmodium malariae ausgelöst. Sie verläuft im Allgemeinen auch eher mild, kann aber zu Nierenproblemen führen. Auch hier sind Rückfälle nach Jahren keine Seltenheit.
  • Die Malaria tropica wird durch Plasmodium falciparum ausgelöst. Sie ist die gefährlichste Form, die unbehandelt meistens zum Tode führt.
Malaria ist mit weltweit 200 Millionen Fällen pro Jahr die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr 600.000 Menschen an Malaria.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Malaria

Alle drei Malariaformen beginnen schlagartig mit Kopf- und Rückenschmerzen, Frösteln und Hitzegefühl. Danach stellt sich häufig die typische Fieberrhythmik ein, die der Malaria auch ihren deutschen Namen „Wechselfieber“ gab.
  • Malaria tertiana: Die Inkubationszeit liegt zwischen acht und zwanzig Tagen. Der Betroffene leidet unter klassischem Wechselfieber mit typischer Drei-Tages-Rhythmik: Tag eins mit Fieber, Tag zwei ohne Fieber und Tag drei wieder mit Fieber.
  • Malaria quartana: Die Inkubationszeit liegt zwischen drei und sieben Wochen. Der Betroffene leidet unter klassischem Wechselfieber mit Vier-Tages-Rhythmik: Fieber an Tag eins, dann zwei Tage fieberfrei und wieder Fieber am vierten Tag.
  • Malaria tropica: Die Inkubationszeit liegt zwischen sieben und 14 Tagen. Typisch ist, dass sie keine so auffällige Fieberrhythmik aufweist wie die anderen Malariaformen. Neben den unregelmäßigen Fieberschüben treten auch Organveränderungen, Blutarmut und Nervenbeschwerden wie beispielsweise Krampfanfälle auf.

Diagnose und Behandlung bei Malaria

Malaria lässt sich im Anfangsstadium kaum von einer Grippe unterscheiden. Um die Symptome richtig zuordnen zu können, sollte der behandelnde Arzt sofort über einen Aufenthalt in einem malariagefährdeten Gebiet informiert werden. Anhand einer Blutanalyse kann er dann die Malaria-Erreger identifizieren. Die Malaria wird – je nach Art – mit verschiedenen Medikamenten gegen die Erreger behandelt. Abhängig ist die Therapie auch von der Resistenzlage im Risikogebiet – diese wird laufend überprüft.

Wo kommt Malaria vor?

Malaria kommt hauptsächlich in subtropischen und tropischen Gebieten vor – häufig da, wo es zu Überflutungen und Wasseransammlungen kommt, in denen sich die Anopheles-Mücken gut vermehren können.
Malaria Gebiete © vitapublic/WHOLänder und Regionen mit Malaria Vorkommen., Stand 2016

Mögliche Impfungen gegen Malaria

Eine Impfung gibt es derzeit noch nicht.  

Der Impfstoff RTS,S/AS01, der derzeit erprobt wird, hat bisher noch nicht vollständig überzeugt. Seine Schutzwirkung beläuft sich nur auf etwa 48 Monate. Eine Zulassung wird derzeit geprüft.  

Eine andere Form der Malaria-Impfung wird ebenfalls derzeit geprüft. Der Impfstoff basiert auf vollständig lebensfähigen, nicht abgeschwächten Malaria-Erregern, die gleichzeitig mit einem Malaria-Medikament verabreicht werden. Eine Studie an Probanden zeigte nach dreimaliger Gabe des Impfstoffs einen anschließend 100-prozentigen Impfschutz. Der Malaria-Impfstoff wird nun im Rahmen einer klinischen Studie in Gabun über mehrere Jahre auf seine Wirksamkeit getestet.

Vorsorge

Reisende in Malaria-Gebiete sollten sich bei ihrem Arzt oder in einem Tropeninstitut über die für sie geeigneten medikamentösen Möglichkeiten informieren: Für eine eher kurze Urlaubsreise kommt eine sogenannte Chemoprophylaxe infrage – mit einem Medikament, das während der Reise und für einige Zeit vor- und nachher eingenommen wird. Alternativ dazu gibt es auch die Möglichkeit, ein Medikament für eine „Stand-by-Therapie“ auf die Reise mitzunehmen, das bei den ersten Anzeichen einer Malariaerkrankung eingenommen wird. Dies ist allerdings nur als Notfalltherapie anzusehen. Eine ärztliche Behandlung sollte schnellstmöglich eingeleitet werden.  

Um nicht infiziert zu werden, sollte man für geeigneten Mückenschutz sorgen. Dazu zählt passende Kleidung – beispielsweise lange Hosen und Hemden – sowie Anti-Mückenmittel (Repellentien). Ein Moskitonetz über dem Bett sollte ebenfalls dazugehören.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch Institut: Ratgeber für Ärzte – Malaria, http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html;jsessionid=6D032CFB3BD481081DB168AFF060CE8E.2_cid372
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG): Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Malaria, http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/042-001l_S1_Malaria_Diagnostik_Therapie_2016-08.pdf
  • World Health Organisation: World malaria report 2016, http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/252038/1/9789241511711-eng.pdf
  • The Lancet: Efficacy and safety of RTS,S/AS01 malaria vaccine with or without a booster dose in infants and children in Africa: final results of a phase 3, individually randomised, controlled trial, 2015.
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)