Gesundheitliche Folgen der Magersucht

Die auffälligste Folge einer Magersucht (Anorexia nervosa) ist der extreme Gewichtsverlust, der letztlich lebensbedrohlich werden kann: Zirka zehn Prozent der Betroffenen hungern sich zu Tode.

Folgen der Mangelernährung

Bei Menschen mit Anorexie kommt es aufgrund der Unterernährung zu sehr vielen Mangelerscheinungen. Die Betroffenen sind nur noch eingeschränkt leistungsfähig, leiden unter ständiger Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Muskelschwäche, Stoffwechsel und Blutkreislauf werden gestört. Herz- und Kreislaufbeschwerden, Nierenschädigungen sowie Magen- und Darmbeschwerden können die Folge sein. Auch entkalkte Knochen (Osteoporose), Zahnausfall, trockene Haut, brüchige Nägel und Haarausfall sind Folgen der Mangelernährung. Diese kann ebenfalls zu einer Blutarmut (Anämie) aufgrund von Eisenmangel führen. Durch Veränderungen im Hormonhaushalt kann es zu Menstruationsstörungen bei Frauen (im extremen Fall bis hin zur Unfruchtbarkeit) und zu Potenzstörungen bei Männern kommen.

Folgen der extremen Maßnahmen zur Gewichtsabnahme

Zusätzlich können die exzessive körperliche Betätigung und vor allem der Missbrauch von Abführ- und Entwässerungsmitteln gravierende körperliche Störungen verursachen.

Psychische Folgen

Außerdem kann es passieren, dass Magersüchtige sich immer mehr zurückziehen und unter so starken Depressionen leiden, dass es zu Selbstmordversuchen kommt. Auch andere psychische Erkrankungen wie Persönlichkeits- oder Zwangsstörungen treten gehäuft auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.03.2019
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Anorexia nervosa: Deutsches Grünes Kreuz e. V.
  • Berger: Psychische Erkrankungen – Klinik und Therapie, 5. Auflage. Urban & Fischer Verlag, ELSEVIER GmbH, München.
  • Ulrich Voderholzer, Fritz Hohagen: Therapie psychischer Erkrankungen – State of the Art, 13. Auflage. Urban & Fischer Verlag, ELSEVIER GmbH, München.
  • Lieb, Frauenknecht, Brunnhuber: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie, 8. Auflage. Urban & Fischer Verlag, ELSEVIER GmbH, München.
  • Günter Reich, Antje von Boetticher: Hungern, um zu leben – die Paradoxie der Magersucht: Psychodynamische und familientherapeutische Konzepte (Therapie & Beratung), Psychosozial-Verlag, Gießen.
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