Magenschmerzen

Als Magenschmerzen werden Beschwerden im Bereich des Bauchs zwischen dem Unterrand des Rippenbogens und dem Bauchnabel bezeichnet. Oft treten sie einmalig auf und sind harmlos – zum Beispiel, wenn jemand beim Essen über die Stränge geschlagen hat.

Frau mit Bauchschmerzen © Thinkstock
Bei andauernden oder immer wiederkehrenden Magenschmerzen und -beschwerden sollte eine Abklärung erfolgen. Dabei ist eine Magenspiegelung oft unumgänglich, um Krankheiten mit organischer Ursache ausschließen zu können.

Zu Krankheiten, die Magenschmerzen auslösen können, zählen:

Oft die Ursache für Magenschmerzen: Reizmagen, Sodbrennen, Gastritis

Bei Magenschmerzen findet der Arzt oftmals keine organische Ursache. Sie werden dann als Folge bestimmter Ernährungsgewohnheiten und Lebensstile angesehen – so etwa beim Reizmagen. Doch auch wenn es organische Ursachen für Magenschmerzen gibt, spielen äußere Faktoren eine entscheidende Rolle – zum Beispiel bei Sodbrennen und Gastritis.

Reizmagen

Beim Reizmagen leidet der Patient neben Magenschmerzen immer wieder an einer Reihe von verschiedenen Symptomen – beispielsweise Sodbrennen, Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Unverträglichkeit bestimmter Speisen, Aufstoßen, Appetitmangel, Übelkeit oder auch Erbrechen.

Der Arzt kann jedoch keine organischen Ursachen für die Beschwerden finden. Aus diesem Grund werden sie oftmals auf einen ungesunden oder ungeeigneten Lebensstil zurückgeführt. Werden zum Beispiel zu viel Alkohol, Kaffee, Fett, Süßigkeiten, Medikamente oder Drogen konsumiert, können Magenschmerzen und andere Symptome des Reizmagens auftreten. Ein zu hoher Stresspegel kann sich ebenfalls negativ auf den Magen auswirken.

Sodbrennen bei Reflux

Ursache des Sodbrennens ist ein Reflux, ein Zurückfließen des Mageninhalts in die Speiseröhre. Die Magensäure schadet der empfindlichen Speiseröhre, da sie nicht wie der Magen durch eine Schleimschicht geschützt ist. So entstehen brennende Schmerzen hinter dem Brustbein. Darüber hinaus kann es bei Reflux zu saurem Aufstoßen und Schluckbeschwerden kommen.

Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Ist die Magenschleimhaut entzündet, erfüllt sie ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend. So kann die Produktion von schützendem Schleim, Enzymen und Magensäure gestört sein. Bei einer Gastritis tritt oft ein diffuses Druckgefühl in der Magengegend auf. Üblich sind auch starke Schmerzen im Oberbauch in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit.

Sich schonen und bewegen

Eine unausgewogene Ernährung, übermäßiger Konsum von Genussmitteln sowie Stress können im Laufe der Zeit dem Magen zusetzen. In der Regel sollte sich der Betroffene deshalb von bestimmten Lebensgewohnheiten verabschieden: Führt er ein hektisches Leben, sollte er Strategien entwickeln, um mit Stress besser umgehen zu können. Eine effiziente Methode, um Stress abzubauen, ist Sport – zum Beispiel isometrisches Muskeltraining, Gymnastik, Power Walking oder Joggen. Betroffene können ihren Magen auch beruhigen, indem sie regelmäßige Mahlzeiten einführen und Erholungs- und Entspannungsphasen in den Tagesablauf einbauen. Darüber hinaus lindern oft Wechselbäder, Saunabesuche oder Bürstenmassagen die Schmerzen.

Mit der richtigen Ernährung Magenbeschwerden lindern

Leidet jemand unter Magenschmerzen, kann er durch die richtige Ernährung seinem Magen Gutes tun und Beschwerden mildern. Obst (wie Pflaumen, Birnen, Äpfel), Gemüse (wie Fenchel, Kohl, Paprika) und Vollwertkost sind besonders magenfreundlich. In jedem Fall sollten Betroffene vor, während und nach dem Essen achtsam sein und nachspüren, ob sie die verspeisten Lebensmittel vertragen. Verstärken sich nach bestimmten Nahrungsmitteln die Magenschmerzen, sollte in Zukunft auf sie verzichtet werden. Tierische Lebensmittel sind eher in Maßen zu genießen: Ein bis zwei Fleischmahlzeiten und zwei bis drei Eier pro Woche sind empfehlenswert.

Der Betroffene sollte viele kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen – am besten fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag. Außerdem ist Trinken wichtig: ungefähr zwei Liter Mineralwasser oder ungesüßte Früchte- und Kräutertees – das fördert die Säureausscheidung über die Nieren.

Magenbeschwerden bekämpfen: Hilfreiches aus der Natur

Um Magenschmerzen zu lindern, muss nicht immer auf chemische Substanzen zurückgegriffen werden. Heilpflanzen können auch einen hilfreichen Dienst erweisen.

Ist der Magen übersäuert, zum Beispiel bei Sodbrennen, kann Kartoffelsaft helfen – frischgepresst oder bereits abgefüllt im Reformhaus gekauft. Doch Vorsicht: Bereiten Sie den Kartoffelsaft selbst zu, sollten Sie keine rohen, grünen oder unreifen Kartoffeln verwenden – sie enthalten ein Gift, das Bauchkrämpfe und Atembeschwerden auslösen kann.

Arbeitet der Magen langsamer als üblich, regen bitterstoffhaltige Heilpflanzen wie Artischocke, Tausendgüldenkraut und bittere Schleifenblume die Verdauung an. Bitterstoffhaltige Pflanzen können bei unterschiedlichen Magenbeschwerden eingesetzt werden: Wermut hilft – als Tee zubereitet – gegen krampfartige Beschwerden, gegen Völlegefühl und Blähungen. Auch Tee aus der Angelikawurzel wirkt bei Völlegefühl und Blähungen sowie bei Appetitlosigkeit.

Kamillenblüten wirken Entzündungen entgegen, lösen Krämpfe und fördern die Verdauung. Kümmelöl wird oft gegen Mikroorganismen angewendet. Äußerlich eingerieben, entkrampft es. Pfefferminzblätter desinfizieren und fördern die Verdauung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.01.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Charlott Drung; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Chrubasik, Sigrun: Mit Kartoffelsaft gegen Sodbrennen. Alte Weisheit neu entdeckt. In: Medical Tribune Public (12/2005): S. 19. http://www.uniklinik-freiburg.de/rechtsmedizin/live/forschung/phytomedicine/laien/MTP08S19.pdf
  • http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Medizinische-Klinik-und-Poliklinik-II/de/patienteninfo/erkrankung_magen_darm/magenschleinhautentzuendu/index.html
  • Dr. Tuffs, Annette: Chronisches Sodbrennen: Was bringt die Unterstützung durch den Operations-Computer? http://www.uni-heidelberg.de/presse/news04/2406ksc.html
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