Eine Palliativtherapie verbessert die Lebensqualität bei Lungenkrebs

Bei manchen Patienten wird der Lungenkrebs (Lungenkarzinom, Bronchialkarzinom) erst entdeckt, wenn er schon weit fortgeschritten ist. Eine Therapie wird die Erkrankung dann wahrscheinlich nicht mehr heilen können. Die sogenannte Palliativtherapie ist aber immens wichtig, um die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.

So gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Atmung zu verbessern, wenn der Tumor die Luftwege einengt:
  • Photodynamische Lasertherapie
    Der Tumor wird durch ein Lasergerät, das über ein Bronchoskop in Vollnarkose eingeführt wird, verdampft und koaguliert.
  • Brachytherapie
    Mithilfe eines Bronchoskops wird eine radioaktiv angereicherte Substanz in Tumornähe in den Bronchus eingebracht. Die benachbarten Tumorzellen werden durch die direkte Bestrahlung zerstört.
  • Einlage von Endoprothesen (Stents)
    Mit einem Bronchoskop wird eine röhrenförmige Stützprothese bis zur Engstelle vorgeschoben. Der Atemweg wird dadurch freigehalten.

Knochenmetastasen gefährden die Knochenstabilität

Lungenkrebs bildet oft Tochterabsiedlungen im Knochen. Der Knochen in der Umgebung der Metastase löst sich dadurch auf, wodurch die Knochenstabilität gefährdet wird. Um Brüche zu vermeiden, ist es wichtig, die Metastasen zu zerstören oder wenigstens zu verkleinern. Dafür wird eine gezielte Bestrahlung genutzt. Außerdem gibt es Medikamente – sogenannte Bisphosphonate – die die Knochenauflösung hemmen und dadurch zur Knochenstabilisierung beitragen.

Nasenspray und Pflaster gegen Schmerzen

Für unterschiedlich starke Schmerzen gibt es auch unterschiedlich starke Schmerzmedikamente. Eine gute Schmerzbehandlung auf dem neuesten Stand der Forschung bieten speziell ausgebildete Schmerztherapeuten an. Wenden Sie sich bei starken, anhaltenden Schmerzen auf jeden Fall an einen solchen Spezialisten oder fragen Sie Ihren behandelnden Arzt nach der besten Therapie.

Bei sehr heftigen Schmerzen kommen Opioide oder Opiate (morphinartige Substanzen) zum Einsatz. Diese Medikamente gibt es auch in Form von Nasenspray und Pflaster. Von einem erfahrenen Schmerztherapeuten ausreichend dosiert und regelmäßig gegeben, lindern sie auch stärkste Schmerzen sehr effektiv und dauerhaft.

Gute Schmerztherapie verbessert die Lebensqualität

Bei Schmerzspitzen gibt der Arzt zusätzliche Medikamente je nach Bedarf. Bei manchen Patienten wird das Schmerzmittel über einen Katheter direkt in den Rückenmarkskanal eingebracht und über eine Pumpe gleichbleibend dosiert. Ziel einer guten Schmerztherapie ist immer, den Patienten von quälenden Schmerzen zu befreien oder wenigstens Linderung und etwas Ruhe zu verschaffen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Dr. med. Gerlinde Souza-Offtermatt, Ärztin, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interview mit Dr. Nikolas Schönfeld, Oberarzt der Klinik für Pneumologie der Lungenklinik Heckeshorn im Helios Klinikum Emil von Behring Berlin
  • Alexander, A. (Hrsg.) et al.: Thiemes Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2001
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
  • Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg: Krebsinformationsdienst (www.krebsinformationsdienst.de), Stand 2008
  • Gesundheitsberichterstattung des Bundes: www.gbe.de
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